Produktinformation
- Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
- Verlag: Karl Blessing Verlag (4. Oktober 2010)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3896674285
- ISBN-13: 978-3896674289
- Originaltitel:The Shallows - What the Internet is Doing to Our Brains
- Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 3,8 cm
Preis : EUR 19,95
![Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert [Gebundene Ausgabe] Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert [Gebundene Ausgabe]](http://2.bp.blogspot.com/-R9MEPfevYWs/TxczDUPrp_I/AAAAAAAAACE/MZOb2JVxzeg/s320/Jetzt-Kaufen.jpg)
Produktbeschreibungen
Pressestimmen"Die Macht der Computer ist noch lange nicht die Ohnmacht der Vernunft: Nicholas Carr geht nüchtern und elegant der Frage nach, wie die Symbiose mit dem Internet unser Denken verändert." (Detlef Borchers, Frankfurter Allgemeine Zeitung )"Carr argumentiert mit Hilfe von Studien aus der Medienpsychologie und der Neurobiologie. Dazu gesellt sich die aufrichtige Selbstbeobachtung eines Autors, der die Verlockungen der neuen Technologien zu schätzen weiß, aber auch besorgt feststellt, dass er sich nicht mehr ohne weiteres auf längere Texte konzentrieren kann. So hat er einen überaus informativen Beipackzettel für das Internet geschrieben, in dem er über dessen Nebenwirkungen aufzuklären versucht." (Boja Krstulovic, Der Tagesspiegel )"Ein therapeutisch hochwirksames Buch gegen netzbedingte Konzentrationsstörungen!" (Barbara Ritzert, Bild der Wissenschaft (Buch des Jahres, Kategorie "Zündstoff") )
Kurzbeschreibung
Wie beeinflusst sie Körper und Geist?Heute schon gegoogelt? Im Durchschnitt sind die Deutschen etwa zweieinhalb Stunden täglich online. Neuesten Studien zufolge, so zeigt Bestsellerautor und IT-Experte Nicholas Carr, bewirkt bereits eine Onlinestunde am Tag erstaunliche neurologische Prägungen in unserem Gehirn. Wer das Internet nach Informationen, sozialen Kontakten oder Unterhaltung durchforstet, verwendet, anders als beim Buch- oder Zeitunglesen, einen Großteil seiner geistigen Energie auf die Beherrschung des Mediums selbst. Und macht sich um die Inhalte, buchstäblich, keinen Kopf. Die Folge: Im Internetzeitalter lesen wir oberflächlicher, lernen wir schlechter, erinnern wir uns schwächer denn je. Von den Anpassungsleistungen unseres Gehirns profitieren nicht wir, sondern die Konzerne, die mit Klickzahlen Kasse machen.In seinem neuen Buch verbindet Carr, zwanzig Jahre nach Entstehung des World Wide Web, seine medienkritische Bilanz mit einer erhellenden Zeitreise durch Philosophie-, Technologie- und Wissenschaftsgeschichte – von Sokrates’ Skepsis gegenüber der Schrift, dem Menschen als Uhrwerk und Nietzsches Schreibmaschine bis zum User als Gegenstand aktueller Debatten und Studien. Und er vermittelt – jenseits von vagem Kulturpessimismus – anhand greifbarer Untersuchungen und Experimente, wie das Internet unser Denken verändert.
Alle Produktbeschreibungen
Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert [Gebundene Ausgabe]
Kundenrezensionen
Carr zeichnet auf der Basis der Neuroplastizität des Gehirns und seiner Reaktion auf die verschiedenen Arten von "Werkzeugen" die historische Entwicklung nach, ehe er vertieft auf die Folgen des Internet eingeht.
Das Buch stellt insofern inhaltlich eine Fortsetzung der Ausführungen von Manfred Spitzer dar, der die elektronischen Medien sinngemäß als "pädagogisch nicht artgerecht" im Vergleich zur bisherigen Entwicklung des menschlichen Gehirns bezeichnet hat.
Bezüglich der Thematik, sich auf Sachverhalte zu konzentrieren bzw. beim Verfolgen von Gedanken "den Faden nicht zu verlieren", behandelt Carr zwei Aspekte:
1. Der Mensch reagiert biologisch-ursprünglich zunächst nur auf Veränderungen in seiner Umgebung, kann konstante Reize oder sehr langsame Veränderungen oft gar nicht mehr wahrnehmen, weil er nur so vor Gefahren geschützt ist oder Beute machen kann.
Er kann sich also gar nicht auf eine Tätigkeit, auf einen Aspekt konzentrieren, weil er mit allen Sinnen auf andere Reize achten muss.
Das sind keine guten Voraussetzungen, überhaupt einem "roten Faden" zu folgen.
Die Fähigkeit, einem "Faden folgen" zu können, ist also das Ergebnis kultureller Evolution, ist eine Folge der Kulturtechnik "Schrift" - soweit man Carr und dem von ihm zitierten Quellen folgt.
2. Diese Fähigkeit wird in unseren Tagen durch die elektronischen Werkzeuge wieder in Frage gestellt; Beiträge bzw. Gedankengänge im Radio - Ausnahmen wie der Deutschlandfunk bestätigen die Regel -, Fernsehen, aber auch in den Printmedien, werden immer kürzer oder oberflächlicher, weil die Menschen zunehmend nicht mehr in der Lage sind, längeren, differenzierten Argumentationen zu folgen, wobei man darüber streiten kann, was Ursache, was Wirkung ist - zumindest bedingen sich beide Feststellungen wechselseitig!
Letztlich ist es aber das durch das Internet geförderte Multitasking, das dem Gehirn und damit den Menschen Fähigkeit und Bereitschaft nimmt, Gedanken von längerer Dauer zu folgen.
Die Philosophie gehört zu den wenigen Disziplinen, die diesem Trend entgegen wirken; sie stellt aber in dieser Beziehung so etwas wie eine "Insel der Seligen" dar...
Diese von Carr ausgeführten Aspekte haben bereits ein kritisches Stadium erreicht: Wir sprechen nicht über abstrakte Gegebenheiten, sondern über eine konkrete - bedenkliche - Entwicklung.
Oder mit Stanley Kubrick: Wenn wir die Welt nur durch den Computer begreifen, verkommt unsere eigene Intelligenz zur künstlichen Intelligenz!
Das Buch ist ein im positivsten Sinne amerikanisches Sachbuch, also lesbar und verständlich, ohne dass man auf die ausführliche Bibliographie zurückgreifen muss; es besitzt aber Tiefgang, wenn man den angedeuteten Zusammenhängen auf den Grund geht.
Allerdings habe auch ich inzwischen den Eindruck, dass man das Buch besser im Original lesen sollte, denn es verwirrt eher als dass es weiterhilft, wenn man Marshall McLuhans "Understanding Media" mit dem völlig unbekannten Titel der deutschen Übersetzung "Die magischen Kanäle" (ohne Fußnote!) angibt...
Dank Google und anderen Suchdiensten haben wir heute Zugang zu einer unglaublich grossen und leicht zu durchsuchenden Datenmenge. Es werden Informationen und Gedanken gesammelt, die zuvor so weit über die Welt verstreut waren, dass kaum jemand davon profitieren konnte. Der Autor zeigt im Buch aber auch, dass diese Segnungen einen Preis haben. Denn eine Auswirkung des Internet scheint zu sein, dass es uns zunehmend schwerfällt zu selektieren, uns zu konzentrieren und intensiv nachzudenken. Woher aber kommt dies?
Jeder hat wahrscheinlich beim Surfen im Internet schon die Erfahrung gemacht, dass man von einer Quelle zur nächsten springt, Titel, Inhalte und Zusammenfassungen bewusst im Eiltempo überfliegt, um möglichst schnell eine Inforamtion zu erhalten. So dass dadurch die Gefahr oberflächlichen Lesens und zerstreuten Denkens besteht.
Der Autor zeigt daher, dass die klassische Buchlektüre nach wie vor unersetzlich ist, weil sie eben den genannten Gefahren entgegenwirkt. Es gibt hier ein Kapitel: "Der Stellenwert des Buches heute". Darin preist der Autor die Vorzüge des Buches. Man kann ein Buch mit an den Strand nehmen, ohne befürchten zu müssen, dass Sand eindringt und es dadurch beschädigt wird. Man braucht es auch nicht an irgendwelche Stromquellen oder Akkus anzuschliessen. Auch das Leseerlebnis selbst ist beim Buch meist besser. Sich in einem Buch zurecht zu finden ist leichter und intuitiver. Man kann echte Seiten aus Papier auch viel schneller und flexibler durchblättern als virtuelle.
Sollten wir deshalb künftig das Internet meiden und nur noch Bücher lesen? Natürlich nicht! Es steht außer Frage, dass das Internet eine effiziente Recherche- und Kommunikationsmöglichkeit ist. Der Autor möchte aber auch zeigen, dass die klassische Buchlektüre nicht vernachlässigt werden sollte, weil sie konzentriertes, zielstrebiges Denken fördert. Und wer möchte schliesslich auch den Lesegenuss missen, stundenlang in einem Buch vertieft zu sein, und seine Umwelt um sich herum zu vergessen?
0 comments:
Post a Comment