Produktinformation
- Taschenbuch: 560 Seiten
- Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. November 2010)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3423346574
- ISBN-13: 978-3423346573
- Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3,2 cm
Preis : EUR 12,90
![Der Rahmen: Ein Blick des Gehirns auf unser Ich [Taschenbuch] Der Rahmen: Ein Blick des Gehirns auf unser Ich [Taschenbuch]](https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgKALYzO1PkxoV-3XU-QWX171YK0e_2gjoHtAYcuF-uPa8u9UBguA_hFdGJAqLC4ZvZPRMkHE9QXjHvwB30w1K2luE0b6brGqGCiSYXlPq3hx0VyhEHfRILx-g8Y5W1-JfNFGU_uz5tf6M/s320/buy-button-de.jpg)
Produktbeschreibungen
Aus der Amazon.de-RedaktionWas ist dieses Buch? Ein unkonventioneller Forschungsbericht? Ein philosophisch-psychologisches Experiment? Ein Lesebuch zum Thema "Gehirn und Persönlichkeit"? Die Autobiografie eines Forschers? Von allem etwas; oder, besser gesagt: Was dieses Buch wirklich "ist", hängt vom Wahrnehmen und Erleben, vom Charakter und der Umwelt, mit einem Wort: dem "Rahmen" des jeweiligen Lesers ab.
Der Rahmen ist für Pöppel eine anthropologische, durch das Funktionieren des menschlichen Gehirns bedingte Universalie: "Die Maschinerie des Gehirns bewirkt, dass jeder mit einem Rahmen ausgestattet ist; doch was im jeweiligen Rahmen erscheint, ist individuell oder auch kulturell bestimmt." Ohne Rahmen geht gar nichts: Man kann nicht wahrnehmen und erleben, nicht denken und urteilen, nicht gehen oder stehen. Er ist die notwendige Bedingung, die sich ständig wandelnde Form individuellen Lebens: "... was immer wir im Bewusstsein haben, ist in einen Rahmen gestellt; weder gibt es einen leeren Rahmen noch gibt es ungerahmte Inhalte des mentalen Geschehens." Ihm denkend beizukommen, ist daher so leicht nicht: "Dies ist das Problem des Rahmens: er ist immer vorhanden, aber man weiß es nicht."
Als Wissenschaftler lässt Pöppel den Leser in bewundernswert alltagsnaher Sprache an den Erkenntnissen der Hirn- und Kognitionsforschung teilhaben. Als Autor stellt er immer wieder den Bezug zum eigenen Leben und Erleben her und bemüht sich nach Kräften um eine seinem eigentlich unfassbaren Gegenstand angemessene Form. Autobiografisches -- die Vorlesungen über die griechische Antike, die ein Bauer vom Heuwagen aus für den kleinen Ernst hält; seine Begegnung mit einem Mörder -- verbindet er mit Wissenschaftlichem und Philosophischem. Durch diese geradezu experimentelle Form erfährt der Leser einiges über das Funktionieren seines eigenen Rahmens: Wie dieser das Gelesene ordnet, aneckt, sich verschiebt und es wieder neu ordnet...
Der Mut zum Experiment ist die große Stärke des Buches. Im Rahmen des Rezensenten setzte sich jedenfalls auch Kritik fest: "Irgendwie stimmt die Form nicht immer. Das Unhierarchische, Ungeordnete des Textes wirkt mitunter gewollt. Und diese vielen Klammern... Manches hätte man auf jeden Fall straffen können."
Am besten, jeder konfrontiert das Buch mit seinem eigenen Rahmen. Wer sich für Gehirnforschung, Psychologie oder die Philosophie des Geistes interessiert, dürfte dies sicherlich mit Gewinn tun -- auch und gerade, wenn er an Pöppels Rahmen aneckt. -- Roland Große Holtforth, Literaturtest -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
»Hirnforschung als fröhliche Wissenschaft - dieses Kunststück ist Ernst Pöppel gelungen.«Focus 02.10.2006 »Das Buch kann als ein indirketer Beleg für die Faszination angesichts der Hirnforschung gelten.«Helmut Mayer, Frankfurter Allgemeine Zeitung 08.11.2006»Alltagsnah und mit spielerischer Leichtigkeit berichtet der Hirnforscher Ernst Pöppel seine neuesten Erkenntnisse. (...) Dieses Buch ist eine gelungene Einführung in die Hirnforschung, randvoll gespickt mit neuesten Erkenntnissen und Überlegungen, und zugleich ein stark autobiografisch gefärbtes Werk. (... ) Ein richtiger Lesegenuss.«Beatrice Wagner, Psychologie heute Dezember 2006»'Der Rahmen' ist auch zu einem essayistischen Schreibexperiment geworden, das Pöppel mit erstaunlicher Souveränität bewältigt.«Beat Mazenauer, Aargauer Zeitung 17.02.2007
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Der Rahmen: Ein Blick des Gehirns auf unser Ich [Taschenbuch]
Kundenrezensionen
Wer dieses Buch in der Hoffnung kauft, auf 500 Seiten auf den neuesten Stand in Sachen Gehirnforschung gebracht zu werden (so wie ich), der wird bitter enttäuscht werden. Der Autor sagt an einer Stelle, der "Tristam Shandy" von Sterne sei eines seiner Lieblingsbücher. Entsprechend müsste der Untertitel dieses Opus lauten: "Leben und Ansichten des Prof. Pöppel", und nicht "Ein Blick des Gehirns auf unser Ich". In diesem Buch geht es nämlich nur am Rande um das Ich der Gehirnforschung, dafür umso mehr um das Ich des Autors: der Leser erfährt - ob er will oder nicht - warum Pöppel so gerne spazieren geht, wie Pöppel Hans Jonas kennenlernte, wie er zu seinem ersten Forschungsauftrag kam, was er über Interdisziplinarität in der Forschung denkt, dass sein Vater vorübergehend SS-Mann war, dass er gerne Squash spielt und vieles, vieles mehr. Ein "Opus magnum" eines alternden Forschers, das irgendwie aus dem Ruder gelaufen ist, und das leider keinen mutigen Lektor im Verlag fand.
500 Seiten Geplauder, über dies und das, ab und zu auch mal übers Gehirn, aber alles ohne roten Faden, ohne Struktur (die Kapiteleinteilung ist absolut willkürlich und die Überschriften nichtssagend) ; Humor nur im Promille-Bereich, im Stil sehr selbstverliebt, oft einfach nur daherschwafelnd; haufenweise lateinische Zitate, die auch nur den Sinn haben, dem Leser zu signalisieren, dass der Autor ein enorm kultivierter Mann ist (was er ohne Zweifel ist).
Fazit: wer sich für Ernst Pöppel und dessen Forscherleben interessiert, der soll dieses Buch kaufen. Wer sich für das Gehirn interessiert, der greife zu Büchern von Ramachandran, A. Damasio, G. Roth und anderen.
Obwohl Ernst Pöppel nicht (mehr) an Kapitel glaubt, gibt es 34 Kapitel. Obwohl das Aussprechen von Quergedanken in einem Gespräch unhöflich ist, erlaubt sich Ernst Pöppel diese Unhöflichkeit. Und obwohl Ernst Pöppel glaubt, man müsse sein Buch nicht in einer Richtung lesen, liest man es eben trotzdem von vorne nach hinten. Wenn man denn wirklich so weit kommt. Tja, ich halte Ernst Pöppels Versuch, mit der Erzähltechnik des "stream of consciousness" ein Buch über Neurologie und die Welt zu schreiben, schlicht für missglückt. Und wenn er in seinem ersten "Nichtkapitel" zehn Seiten lang nach Begründungen für sein seltsames Unterfangen ringt, so ist dies ein schöner Beweis für die These seines Fachkollegen Gerhard Roth, Sprache diene primär zur Rechtfertigung eigener Verhaltensmuster. Ich weiß nicht, welche Vorbilder der deutsche Hirnforscher vor Augen hatte, als er mit der Niederschrift seiner Gedanken, Erlebnisse, Mutmaßungen und geglätteten Vorlesungen begann. Feynman kann es ebenso wenig gewesen sein wie Bieri, Damasio, Freud, Pinker, Einstein oder Sacks, auch wenn er diese schreibenden Wissenschaftler schätzt. Denn wie es Ernst Pöppel im vermeintlichen Vorwort bereits "androht", tritt er einfach in das Leben seiner Leser ein, erzählt ihnen von diesem und jenem, spricht zwischendurch mit seinen Freunden, Studenten oder sich selbst, um sich schließlich über die Einsamkeit des Autors zu beklagen.
Um den Lesern meiner Besprechungen den Kaufentscheid zu erleichtern, bemühe ich mich jeweils, den Inhalt wenigstens in einigen Sätzen zusammenzufassen. Tut mir leid, ist mir bei diesem Buch leider nicht möglich. Es handelt von allem und von nichts. Das kann zwar künstlerisches Programm sein, muss dann aber auf einem formalen Niveau erfolgen, das Ernst Pöppel definitiv nicht beherrscht. Sein Mittel, das schwabbelige Ding doch noch irgendwie zusammenzuhalten, sind Klammern. Ohne mir eine genaue Zählung angetan zu haben, liege ich mit der Schätzung von "Tausenden" bestimmt nicht falsch. Wie das bei einem Lektor durchgeht, ist mir ein Rätsel. Aber wie die Rezension in "Psychologie heute" zeigt, können Pöppels gesammelte Gedankensprünge durchaus auf Wohlwollen stoßen. Das Buch sei voll Humor und Selbstironie und daher ein richtiger Lesegenuss. Na ja, es gibt schließlich auch Liebhaber von Schnecken und anderen Lebewesen, die mir nicht bekommen. Weil diese Rezensentin zudem die Meinung vertritt, das Buch sei eine gelungene Einführung in die Hirnforschung, randvoll gespickt mit neusten Erkenntnissen und Überlegungen, erlag ich beinahe der Versuchung, mein weniger enthusiastischen Urteil einer Zweitlektüre zu unterwerfen. Allein, ich gab nach wenigen Seiten wieder auf.
Mein Fazit: Was Douglas R. Hofstadter mit "Gödel, Escher, Bach" und "Metamagicum" gelang, lässt sich nicht einfach kopieren, indem man seinen Gedanken freien Lauf lässt. Solange dies ein Verlag mitmacht, darf jeder Autor die Resultate seines offenen Denkens in skurrile Sprachbehälter gießen. Aber solange ähnliche Kost bekömmlicher aufgetischt werden, hält sich der Applaus für die Pöppel'sche Version bestimmt in Grenzen.
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