Jan 23, 2012

Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn [Taschenbuch]

Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn [Taschenbuch]

Produktinformation

  • Taschenbuch: 139 Seiten

  • Verlag: Vandenhoeck ; Ruprecht; Auflage: 10. (9. Dezember 2010)

  • Sprache: Deutsch

  • ISBN-10: 3525014643

  • ISBN-13: 978-3525014646

  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,2 x 1,2 cm

Von : Gerald Hüther
Preis : EUR 16,95
Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn [Taschenbuch]

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion
Noch vor zehn Jahren hätte dieses Buch über das menschliche Gehirn gar nicht funktioniert. Da besaß nur eine Minderheit von uns bereits Erfahrungen mit Computern. Jetzt, wo fast jeder schon einmal so eine Kiste ausgepackt und aufgestellt hat, um sodann seufzend die Gebrauchsanleitung zu lesen, verstehen wir den Witz, wenn Kapitel 1 überschrieben ist "Entfernung von Verpackungsmaterial und Schutzvorrichtungen".

Das folgende Kapitel ist überschrieben "Aufbau und Einsatzmöglichkeiten". Es beginnt: "Ein festsitzender Zellhaufen braucht kein Gehirn. Er kann sich weder dorthin bewegen, wo es besser ist, noch kann er sich davonmachen, wenn es brenzlig wird." Es werden dann die verschiedenen Hirnformen vorgestellt, die die Natur geschaffen hat. In ganz einfacher Alltagssprache, offensichtlich eine Begabung des Göttinger Professors mit den zwei Doktortiteln.

Kapitel 3, Hinweise auf bereits erfolgte Installationsmaßnahmen, verrät unter Optimal gelungene Installationen, was alles in der frühen Kindheit richtig laufen muss, "um die genetisch angelegten Möglichkeiten zur Ausbildung hochkomplexer und zeitlebens veränderbarer Verschaltungen in vollem Umfang nutzen zu können".

Kapitel 4 schlagen wir dann mit besonderem Interesse auf, denn hier geht es um "Korrektur von Installationsdefiziten": Wer hätte nicht gern einen präziser arbeitenden Denkapparat? Und in Kapitel 5 "Unterhaltungs- und Wartungsmaßnahmen" geraten wir in die Bedeutung der Hirnforschung für die Bewältigung unseres Lebens. Kein Mensch könne "eine freie Entscheidung darüber treffen, wie und wozu er sein Gehirn benutzen will. Solange er hungert, friert, materielle Not leidet oder seelischen Qualen ausgesetzt ist."

Stop. Spätestens hier kommt uns ein Verdacht: Hüther ist zwar durchaus Neurobiologe aber auch Moralist. Empfehlung: gutes Geschenk für Jugendliche mit Neigung zum Bildschirm. --Michael Winteroll


Pressestimmen
Eva-Maria Heses-Jesch, M. A., Aufklärung und Kritik »Gerald Hüthers Gebrauchsanleitung für ein menschliches Gehirn bietet sich einladend unterhaltsam als sehr ernsthaftes Plädoyer für verantwortungsbewusstes Einsetzten unseres hochkomplexen Sozialorgans Gehirn zu bereitwillig erschließender Lektüre an.« Hannes Preßl, Bibliotheksnachrichten »Nach der Lektüre von Gerald Hüthers Buch weiß man, das man diese Anleitung gar nicht früh und genau genug lesen kann [...] Ein Buch, das jede Bibliothek aufwertert.«
Alle Produktbeschreibungen

 

Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn [Taschenbuch]

 

Kundenrezensionen

Als ich heute beim Erstellen der Lieblingsliste auf das Buch geklickt habe, musste ich festellen, dass nicht nur viele rezensionen vorhanden sind, sondern mindestens genauso viele Meinungen vom dem Artikel. Ich habe das Buch vor etwa einem halben Jahr gelesen und fand es so anregend und stilistisch brillant, dass ich es weiter geborgt habe und dieser jemand ebenfalls, weil er dem eben gesagten zustimmte. Was man Hüther vielleicht wirklich vorwerfen kann: Er sagt nicht dezitiert, dass der Titel mehr ironisch als ernst gemeint ist. Der Titel ist unweigerlich eine Anspielung auf die Hardware-Software Philosophie, wie man sie lange in der Hirnforschung vermutet hat, bis man eben die lebenslange Plastizität (=Formbarkeit) des Gehirns entdeckt hat. Diese ist auch das Grundthema anhand dessen die verschiedensten Aspekte beleuchtet werden. Neben einem Exkurs über die Evolution des Gehirns erfolgt auch eine Darstellung von "zweckdienlichen" Hinweisen, von denen ich die wichtigste die Aufklärung über den "optimalen" Umgang mit Kinder bzw. auch Neugeborenen finde.


Wer aufmerksam liest, der liest dieses Buch sicherlich mit Gewinn, vor allem als Laie. Es finden sich viele fruchtbare Stellen in dem Buch und zudem auch (wie ich finde) humorvolle. Wer sagt er kann diesem Buch nichts abgewinnen, der hat es schlichtweg nicht verstanden, wobei klar sein muss, dass man es schon "mit Hirn" lesen sollte und nicht wie die Tageszeitung oder nebenbei als Roman. Vor allem die Ausführungen über die Betroffenheit als die einschlägiste Form der Änderung von alten Denkmustern und Überzeugungen sollte jedem eine Lehre und wichtige Lebensweisheit sein.


Nachdem das Buch kein Gehirntrainer ist, sondern ein Sachbuch, kann man nicht erwarten, dass das Buch zum Arbeitsbuch wird; soviel muss klar sein. Es ist mehr ein Vorschlag zu einem besseren, effektiveren und nachhaltigeren Umgang mit seinem eigenen Gehirn. Außerdem ist das Buch hervorragend geschrieben und bietet viel Informationen.


Eines der besten die ich je gelesen habe und vermutlich eines der wichtigsten über den aktuellen Stand der Hirnforschung.


Sehr seltsam, wie wenig einige der negativen Rezensenten das Buch verstehen. Leider kann man gerade bei einer Bedienungsanleitung für das Hirn wenig erwarten, wenn das Gerät, dass man lernen will zu benutzen, schon überholt und nicht mehr ganz leistungsfähig ist. Wie schreibt der Autor selber über eine gewisse Sorte Menschen:


"Sie suchen fortwährend nach Meinungen, die ihnen bestätigen, dass sie so, wie sie sind genau richtig sind. Und sie sind dankbar dafür, wenn sie einen Experten finde, der sie in ihren bisherigen Überzeugungen, Meinungen und Haltungen mit seinen objektiven wissenschaftlichen Befunden endgültig bestätigt. Und womöglich kaufen sie sich sogar noch eine Bedienungsanleitung für ihr Gehirn und lesen sie in der Erwartung durch, darin Tipps zu finden, wie sie ihr vermeintlich wichtiges Organ vor Bedienungsfehlern schützen können, ohne es grundsätzlich anders benutzen zu müssen."


Als ich das gelesen habe, musste ich in Rückerinnerung an manche Rezensionen hier sehr lachen, einige scheinen aber das Buch gar nicht zu Ende gelesen zu haben, und was man von Rezensenten halten soll, die die Evolutionstheorie für überholt halten, weiß ich auch nicht...


Für mich ist das Buch eine Offenbarung, aber ich gebe zu, dass ich auch viel zwischen den Zeilen lesen musste, damit ich das, was hier auf 140 Seiten behandelt wird, völlig verstehen konnte. Zum Lesen dieses Buches braucht man Verstand, Abstraktionsvermögen und Offenheit für Selbstreflexion, es ist keine der üblichen "Wie werde ich glücklich in acht Tagen"-Bücher. Das Buch ist eine Hilfe zu Selbsthilfe, es gibt wenige konkrete Anweisungen, aber löst viele Fragen und gibt viel zu Denken.


Was mir allerdings gefehlt hat, sind Literaturempfehlungen. Und alles in allem ist es etwas knapp, so dass man vieles (wie gesagt) zwischen den Zeilen raus lesen muss. Aber ich lese es zum zweiten mal und streiche beim Lesen an, was bei meinem Lesepensum etwas heißen will.


0 comments:

Post a Comment

Powered by Blogger.