Jan 24, 2012

Seele. Eine unsterbliche Idee: Warum wir mehr sind als die Summe unserer Teile [Gebundene Ausgabe]

Seele. Eine unsterbliche Idee: Warum wir mehr sind als die Summe unserer Teile [Gebundene Ausgabe]

Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten

  • Verlag: Ludwig Buchverlag (25. Oktober 2010)

  • Sprache: Deutsch

  • ISBN-10: 3453280199

  • ISBN-13: 978-3453280199

  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,4 x 3,4 cm

Von : Thomas Vasek (Autor)
Preis : EUR 19,99
Seele. Eine unsterbliche Idee: Warum wir mehr sind als die Summe unserer Teile [Gebundene Ausgabe]

Produktbeschreibungen

Pressestimmen
"Im Mittelpunkt von Vaseks eigenem Vorschlag steht das "biographische Feld" eines Menschen: seine Beziehungen zu anderen, seine Interaktion mit der Welt. " (FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung )

"Der fesselnde Streifzug durch die Geschichte des Denkens fördert überraschende Antworten auf eine der größten Menschheitsfragen zutage." (NEWS Leben )

"Eine anspruchsvolle und anregende Lektüre." (Märkische Allgemeine )
Kurzbeschreibung
Was den Menschen zum Menschen macht

Unsterblich oder gar nicht existent? Die Frage nach der Seele beschäftigt die Menschheit seit Jahrtausenden und sie stellt sich heute drängender denn je. Denn in unserer kalten Hightech-Welt wächst das Bedürfnis nach Sinn und Spiritualität. Der Wissenschaftsjournalist Thomas Vašek begibt sich auf die fesselnde Suche nach einem Organ, über dessen Beschaffenheit sich Philosophie und Religion, Psychologie und Naturwissenschaften bis heute höchst uneins sind.

Die schwere Demenzerkrankung seines Vaters konfrontiert Thomas Vašek mit schwierigen Fragen: In welchem geistigen Zustand befindet sich sein Vater? Hat er noch ein Selbst? Was passiert mit seiner Seele, wenn er stirbt? Fragen, die viele Menschen umtreiben, denn der Gedanke an eine unabhängig vom Körper existierende Seele ist angesichts von Gebrechlichkeit und Tod ein großer Trost – auch wenn viele Wissenschaftler davon überzeugt sind, dass alle geistigen und psychischen Vorgänge auf hirnphysiologischen Prozessen beruhen.

Thomas Vašeks Buch handelt von dem Versuch, dem Seelen-Rätsel auf die Spur zu kommen. Sein Streifzug durch die Jahrhunderte und Disziplinen – von der antiken Philosophie bis zur modernen Neurowissenschaft – fördert so manche Überraschung zutage: unter anderem, dass sich die uralten Vorstellungen des Buddhismus und die moderne Hirnforschung erstaunlich nahekommen. – Jede Menge Stoff zum Nachdenken über eine der größten Menschheitsfragen.

Für Menschen auf der Suche – nach Erkenntnis, nach Sinn, nach Trost im Angesicht von Krankheit und Tod.


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Seele. Eine unsterbliche Idee: Warum wir mehr sind als die Summe unserer Teile [Gebundene Ausgabe]

 

Kundenrezensionen

Die Seele ist ein Thema, das die Menschen aller Kulturen irgendwie beschäftigt, weil die meisten irgendwann in ihrem Leben Antworten auf die Frage nach ihrem Woher und Wohin brauchen, erst recht wenn sie sich weigern, sie der Religion zu überlassen. Die Frage nach der Seele wird für Thomas Vasek umso dringender, als der eigene Vater noch lebt, aber wegen seiner Demenzerkrankung immer hinfälliger wird und sich sein Bewusstsein mehr und mehr zurückzieht. Die Vorstellung, es könnte eine Seele unabhängig vom Körper geben, ist in solch einer Situation ein gewisser Trost, den wir gegenüber Wissenschaftlern verteidigen müssen, für die alle geistigen und psychischen Vorgänge von hirnphysiologischen Prozessen abhängig sind. Aber nichts in irgendeiner Richtung lässt sich wirklich beweisen.


Auch wenn der offizielle Anlass Thomas Vaseks, sich mit der Seele auseinanderzusetzen, sehr traurig ist, bietet das Buch jede Menge Stoff zum Nachdenken über eine der größten Menschheitsfragen. Dass der Autor keine finalen Antworten geben kann, liegt an seinem Thema. Aber mindestens das leistet dieses Buch über die "Seele. Eine unsterbliche Idee": Im Bewusstsein der eigenen Endlichkeit, angesichts von altersbedingt zunehmender Gebrechlichkeit und schließlich Tod, ist in allen Kulturen jeder Trost hilfreich. Vasek bietet Argumente, um die persönlichen Überzeugungen gegen die Weltsicht des nächsten gleichfalls Suchenden zu verteidigen, der uns widerlegen möchte.




Jan 23, 2012

Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn [Taschenbuch]

Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn [Taschenbuch]

Produktinformation

  • Taschenbuch: 139 Seiten

  • Verlag: Vandenhoeck ; Ruprecht; Auflage: 10. (9. Dezember 2010)

  • Sprache: Deutsch

  • ISBN-10: 3525014643

  • ISBN-13: 978-3525014646

  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,2 x 1,2 cm

Von : Gerald Hüther
Preis : EUR 16,95
Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn [Taschenbuch]

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion
Noch vor zehn Jahren hätte dieses Buch über das menschliche Gehirn gar nicht funktioniert. Da besaß nur eine Minderheit von uns bereits Erfahrungen mit Computern. Jetzt, wo fast jeder schon einmal so eine Kiste ausgepackt und aufgestellt hat, um sodann seufzend die Gebrauchsanleitung zu lesen, verstehen wir den Witz, wenn Kapitel 1 überschrieben ist "Entfernung von Verpackungsmaterial und Schutzvorrichtungen".

Das folgende Kapitel ist überschrieben "Aufbau und Einsatzmöglichkeiten". Es beginnt: "Ein festsitzender Zellhaufen braucht kein Gehirn. Er kann sich weder dorthin bewegen, wo es besser ist, noch kann er sich davonmachen, wenn es brenzlig wird." Es werden dann die verschiedenen Hirnformen vorgestellt, die die Natur geschaffen hat. In ganz einfacher Alltagssprache, offensichtlich eine Begabung des Göttinger Professors mit den zwei Doktortiteln.

Kapitel 3, Hinweise auf bereits erfolgte Installationsmaßnahmen, verrät unter Optimal gelungene Installationen, was alles in der frühen Kindheit richtig laufen muss, "um die genetisch angelegten Möglichkeiten zur Ausbildung hochkomplexer und zeitlebens veränderbarer Verschaltungen in vollem Umfang nutzen zu können".

Kapitel 4 schlagen wir dann mit besonderem Interesse auf, denn hier geht es um "Korrektur von Installationsdefiziten": Wer hätte nicht gern einen präziser arbeitenden Denkapparat? Und in Kapitel 5 "Unterhaltungs- und Wartungsmaßnahmen" geraten wir in die Bedeutung der Hirnforschung für die Bewältigung unseres Lebens. Kein Mensch könne "eine freie Entscheidung darüber treffen, wie und wozu er sein Gehirn benutzen will. Solange er hungert, friert, materielle Not leidet oder seelischen Qualen ausgesetzt ist."

Stop. Spätestens hier kommt uns ein Verdacht: Hüther ist zwar durchaus Neurobiologe aber auch Moralist. Empfehlung: gutes Geschenk für Jugendliche mit Neigung zum Bildschirm. --Michael Winteroll


Pressestimmen
Eva-Maria Heses-Jesch, M. A., Aufklärung und Kritik »Gerald Hüthers Gebrauchsanleitung für ein menschliches Gehirn bietet sich einladend unterhaltsam als sehr ernsthaftes Plädoyer für verantwortungsbewusstes Einsetzten unseres hochkomplexen Sozialorgans Gehirn zu bereitwillig erschließender Lektüre an.« Hannes Preßl, Bibliotheksnachrichten »Nach der Lektüre von Gerald Hüthers Buch weiß man, das man diese Anleitung gar nicht früh und genau genug lesen kann [...] Ein Buch, das jede Bibliothek aufwertert.«
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Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn [Taschenbuch]

 

Kundenrezensionen

Als ich heute beim Erstellen der Lieblingsliste auf das Buch geklickt habe, musste ich festellen, dass nicht nur viele rezensionen vorhanden sind, sondern mindestens genauso viele Meinungen vom dem Artikel. Ich habe das Buch vor etwa einem halben Jahr gelesen und fand es so anregend und stilistisch brillant, dass ich es weiter geborgt habe und dieser jemand ebenfalls, weil er dem eben gesagten zustimmte. Was man Hüther vielleicht wirklich vorwerfen kann: Er sagt nicht dezitiert, dass der Titel mehr ironisch als ernst gemeint ist. Der Titel ist unweigerlich eine Anspielung auf die Hardware-Software Philosophie, wie man sie lange in der Hirnforschung vermutet hat, bis man eben die lebenslange Plastizität (=Formbarkeit) des Gehirns entdeckt hat. Diese ist auch das Grundthema anhand dessen die verschiedensten Aspekte beleuchtet werden. Neben einem Exkurs über die Evolution des Gehirns erfolgt auch eine Darstellung von "zweckdienlichen" Hinweisen, von denen ich die wichtigste die Aufklärung über den "optimalen" Umgang mit Kinder bzw. auch Neugeborenen finde.


Wer aufmerksam liest, der liest dieses Buch sicherlich mit Gewinn, vor allem als Laie. Es finden sich viele fruchtbare Stellen in dem Buch und zudem auch (wie ich finde) humorvolle. Wer sagt er kann diesem Buch nichts abgewinnen, der hat es schlichtweg nicht verstanden, wobei klar sein muss, dass man es schon "mit Hirn" lesen sollte und nicht wie die Tageszeitung oder nebenbei als Roman. Vor allem die Ausführungen über die Betroffenheit als die einschlägiste Form der Änderung von alten Denkmustern und Überzeugungen sollte jedem eine Lehre und wichtige Lebensweisheit sein.


Nachdem das Buch kein Gehirntrainer ist, sondern ein Sachbuch, kann man nicht erwarten, dass das Buch zum Arbeitsbuch wird; soviel muss klar sein. Es ist mehr ein Vorschlag zu einem besseren, effektiveren und nachhaltigeren Umgang mit seinem eigenen Gehirn. Außerdem ist das Buch hervorragend geschrieben und bietet viel Informationen.


Eines der besten die ich je gelesen habe und vermutlich eines der wichtigsten über den aktuellen Stand der Hirnforschung.


Sehr seltsam, wie wenig einige der negativen Rezensenten das Buch verstehen. Leider kann man gerade bei einer Bedienungsanleitung für das Hirn wenig erwarten, wenn das Gerät, dass man lernen will zu benutzen, schon überholt und nicht mehr ganz leistungsfähig ist. Wie schreibt der Autor selber über eine gewisse Sorte Menschen:


"Sie suchen fortwährend nach Meinungen, die ihnen bestätigen, dass sie so, wie sie sind genau richtig sind. Und sie sind dankbar dafür, wenn sie einen Experten finde, der sie in ihren bisherigen Überzeugungen, Meinungen und Haltungen mit seinen objektiven wissenschaftlichen Befunden endgültig bestätigt. Und womöglich kaufen sie sich sogar noch eine Bedienungsanleitung für ihr Gehirn und lesen sie in der Erwartung durch, darin Tipps zu finden, wie sie ihr vermeintlich wichtiges Organ vor Bedienungsfehlern schützen können, ohne es grundsätzlich anders benutzen zu müssen."


Als ich das gelesen habe, musste ich in Rückerinnerung an manche Rezensionen hier sehr lachen, einige scheinen aber das Buch gar nicht zu Ende gelesen zu haben, und was man von Rezensenten halten soll, die die Evolutionstheorie für überholt halten, weiß ich auch nicht...


Für mich ist das Buch eine Offenbarung, aber ich gebe zu, dass ich auch viel zwischen den Zeilen lesen musste, damit ich das, was hier auf 140 Seiten behandelt wird, völlig verstehen konnte. Zum Lesen dieses Buches braucht man Verstand, Abstraktionsvermögen und Offenheit für Selbstreflexion, es ist keine der üblichen "Wie werde ich glücklich in acht Tagen"-Bücher. Das Buch ist eine Hilfe zu Selbsthilfe, es gibt wenige konkrete Anweisungen, aber löst viele Fragen und gibt viel zu Denken.


Was mir allerdings gefehlt hat, sind Literaturempfehlungen. Und alles in allem ist es etwas knapp, so dass man vieles (wie gesagt) zwischen den Zeilen raus lesen muss. Aber ich lese es zum zweiten mal und streiche beim Lesen an, was bei meinem Lesepensum etwas heißen will.


Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert [Gebundene Ausgabe]

Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert [Gebundene Ausgabe]

Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten

  • Verlag: Karl Blessing Verlag (4. Oktober 2010)

  • Sprache: Deutsch

  • ISBN-10: 3896674285

  • ISBN-13: 978-3896674289

  • Originaltitel:The Shallows - What the Internet is Doing to Our Brains

  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 3,8 cm

Von : Nicholas Carr (Autor), Henning Dedekind (Übersetzer)
Preis : EUR 19,95
Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert [Gebundene Ausgabe]

Produktbeschreibungen

Pressestimmen
"Die Macht der Computer ist noch lange nicht die Ohnmacht der Vernunft: Nicholas Carr geht nüchtern und elegant der Frage nach, wie die Symbiose mit dem Internet unser Denken verändert." (Detlef Borchers, Frankfurter Allgemeine Zeitung )

"Carr argumentiert mit Hilfe von Studien aus der Medienpsychologie und der Neurobiologie. Dazu gesellt sich die aufrichtige Selbstbeobachtung eines Autors, der die Verlockungen der neuen Technologien zu schätzen weiß, aber auch besorgt feststellt, dass er sich nicht mehr ohne weiteres auf längere Texte konzentrieren kann. So hat er einen überaus informativen Beipackzettel für das Internet geschrieben, in dem er über dessen Nebenwirkungen aufzuklären versucht." (Boja Krstulovic, Der Tagesspiegel )

"Ein therapeutisch hochwirksames Buch gegen netzbedingte Konzentrationsstörungen!" (Barbara Ritzert, Bild der Wissenschaft (Buch des Jahres, Kategorie "Zündstoff") )
Kurzbeschreibung
Wie beeinflusst sie Körper und Geist?

Heute schon gegoogelt? Im Durchschnitt sind die Deutschen etwa zweieinhalb Stunden täglich online. Neuesten Studien zufolge, so zeigt Bestsellerautor und IT-Experte Nicholas Carr, bewirkt bereits eine Onlinestunde am Tag erstaunliche neurologische Prägungen in unserem Gehirn.

Wer das Internet nach Informationen, sozialen Kontakten oder Unterhaltung durchforstet, verwendet, anders als beim Buch- oder Zeitunglesen, einen Großteil seiner geistigen Energie auf die Beherrschung des Mediums selbst. Und macht sich um die Inhalte, buchstäblich, keinen Kopf. Die Folge: Im Internetzeitalter lesen wir oberflächlicher, lernen wir schlechter, erinnern wir uns schwächer denn je. Von den Anpassungsleistungen unseres Gehirns profitieren nicht wir, sondern die Konzerne, die mit Klickzahlen Kasse machen.

In seinem neuen Buch verbindet Carr, zwanzig Jahre nach Entstehung des World Wide Web, seine medienkritische Bilanz mit einer erhellenden Zeitreise durch Philosophie-, Technologie- und Wissenschaftsgeschichte – von Sokrates’ Skepsis gegenüber der Schrift, dem Menschen als Uhrwerk und Nietzsches Schreibmaschine bis zum User als Gegenstand aktueller Debatten und Studien. Und er vermittelt – jenseits von vagem Kulturpessimismus – anhand greifbarer Untersuchungen und Experimente, wie das Internet unser Denken verändert.


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Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert [Gebundene Ausgabe]

 

Kundenrezensionen

Carr zeichnet auf der Basis der Neuroplastizität des Gehirns und seiner Reaktion auf die verschiedenen Arten von "Werkzeugen" die historische Entwicklung nach, ehe er vertieft auf die Folgen des Internet eingeht.


Das Buch stellt insofern inhaltlich eine Fortsetzung der Ausführungen von Manfred Spitzer dar, der die elektronischen Medien sinngemäß als "pädagogisch nicht artgerecht" im Vergleich zur bisherigen Entwicklung des menschlichen Gehirns bezeichnet hat.


Bezüglich der Thematik, sich auf Sachverhalte zu konzentrieren bzw. beim Verfolgen von Gedanken "den Faden nicht zu verlieren", behandelt Carr zwei Aspekte:


1. Der Mensch reagiert biologisch-ursprünglich zunächst nur auf Veränderungen in seiner Umgebung, kann konstante Reize oder sehr langsame Veränderungen oft gar nicht mehr wahrnehmen, weil er nur so vor Gefahren geschützt ist oder Beute machen kann.


Er kann sich also gar nicht auf eine Tätigkeit, auf einen Aspekt konzentrieren, weil er mit allen Sinnen auf andere Reize achten muss.


Das sind keine guten Voraussetzungen, überhaupt einem "roten Faden" zu folgen.


Die Fähigkeit, einem "Faden folgen" zu können, ist also das Ergebnis kultureller Evolution, ist eine Folge der Kulturtechnik "Schrift" - soweit man Carr und dem von ihm zitierten Quellen folgt.


2. Diese Fähigkeit wird in unseren Tagen durch die elektronischen Werkzeuge wieder in Frage gestellt; Beiträge bzw. Gedankengänge im Radio - Ausnahmen wie der Deutschlandfunk bestätigen die Regel -, Fernsehen, aber auch in den Printmedien, werden immer kürzer oder oberflächlicher, weil die Menschen zunehmend nicht mehr in der Lage sind, längeren, differenzierten Argumentationen zu folgen, wobei man darüber streiten kann, was Ursache, was Wirkung ist - zumindest bedingen sich beide Feststellungen wechselseitig!


Letztlich ist es aber das durch das Internet geförderte Multitasking, das dem Gehirn und damit den Menschen Fähigkeit und Bereitschaft nimmt, Gedanken von längerer Dauer zu folgen.


Die Philosophie gehört zu den wenigen Disziplinen, die diesem Trend entgegen wirken; sie stellt aber in dieser Beziehung so etwas wie eine "Insel der Seligen" dar...


Diese von Carr ausgeführten Aspekte haben bereits ein kritisches Stadium erreicht: Wir sprechen nicht über abstrakte Gegebenheiten, sondern über eine konkrete - bedenkliche - Entwicklung.


Oder mit Stanley Kubrick: Wenn wir die Welt nur durch den Computer begreifen, verkommt unsere eigene Intelligenz zur künstlichen Intelligenz!


Das Buch ist ein im positivsten Sinne amerikanisches Sachbuch, also lesbar und verständlich, ohne dass man auf die ausführliche Bibliographie zurückgreifen muss; es besitzt aber Tiefgang, wenn man den angedeuteten Zusammenhängen auf den Grund geht.


Allerdings habe auch ich inzwischen den Eindruck, dass man das Buch besser im Original lesen sollte, denn es verwirrt eher als dass es weiterhilft, wenn man Marshall McLuhans "Understanding Media" mit dem völlig unbekannten Titel der deutschen Übersetzung "Die magischen Kanäle" (ohne Fußnote!) angibt...




Dank Google und anderen Suchdiensten haben wir heute Zugang zu einer unglaublich grossen und leicht zu durchsuchenden Datenmenge. Es werden Informationen und Gedanken gesammelt, die zuvor so weit über die Welt verstreut waren, dass kaum jemand davon profitieren konnte. Der Autor zeigt im Buch aber auch, dass diese Segnungen einen Preis haben. Denn eine Auswirkung des Internet scheint zu sein, dass es uns zunehmend schwerfällt zu selektieren, uns zu konzentrieren und intensiv nachzudenken. Woher aber kommt dies?


Jeder hat wahrscheinlich beim Surfen im Internet schon die Erfahrung gemacht, dass man von einer Quelle zur nächsten springt, Titel, Inhalte und Zusammenfassungen bewusst im Eiltempo überfliegt, um möglichst schnell eine Inforamtion zu erhalten. So dass dadurch die Gefahr oberflächlichen Lesens und zerstreuten Denkens besteht.


Der Autor zeigt daher, dass die klassische Buchlektüre nach wie vor unersetzlich ist, weil sie eben den genannten Gefahren entgegenwirkt. Es gibt hier ein Kapitel: "Der Stellenwert des Buches heute". Darin preist der Autor die Vorzüge des Buches. Man kann ein Buch mit an den Strand nehmen, ohne befürchten zu müssen, dass Sand eindringt und es dadurch beschädigt wird. Man braucht es auch nicht an irgendwelche Stromquellen oder Akkus anzuschliessen. Auch das Leseerlebnis selbst ist beim Buch meist besser. Sich in einem Buch zurecht zu finden ist leichter und intuitiver. Man kann echte Seiten aus Papier auch viel schneller und flexibler durchblättern als virtuelle.


Sollten wir deshalb künftig das Internet meiden und nur noch Bücher lesen? Natürlich nicht! Es steht außer Frage, dass das Internet eine effiziente Recherche- und Kommunikationsmöglichkeit ist. Der Autor möchte aber auch zeigen, dass die klassische Buchlektüre nicht vernachlässigt werden sollte, weil sie konzentriertes, zielstrebiges Denken fördert. Und wer möchte schliesslich auch den Lesegenuss missen, stundenlang in einem Buch vertieft zu sein, und seine Umwelt um sich herum zu vergessen?


Jan 22, 2012

Der Rahmen: Ein Blick des Gehirns auf unser Ich [Taschenbuch]

Der Rahmen: Ein Blick des Gehirns auf unser Ich [Taschenbuch]

Produktinformation

  • Taschenbuch: 560 Seiten

  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. November 2010)

  • Sprache: Deutsch

  • ISBN-10: 3423346574

  • ISBN-13: 978-3423346573

  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3,2 cm

Von : Ernst Pöppel
Preis : EUR 12,90
Der Rahmen: Ein Blick des Gehirns auf unser Ich [Taschenbuch]

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion
Was ist dieses Buch? Ein unkonventioneller Forschungsbericht? Ein philosophisch-psychologisches Experiment? Ein Lesebuch zum Thema "Gehirn und Persönlichkeit"? Die Autobiografie eines Forschers? Von allem etwas; oder, besser gesagt: Was dieses Buch wirklich "ist", hängt vom Wahrnehmen und Erleben, vom Charakter und der Umwelt, mit einem Wort: dem "Rahmen" des jeweiligen Lesers ab.

Der Rahmen ist für Pöppel eine anthropologische, durch das Funktionieren des menschlichen Gehirns bedingte Universalie: "Die Maschinerie des Gehirns bewirkt, dass jeder mit einem Rahmen ausgestattet ist; doch was im jeweiligen Rahmen erscheint, ist individuell oder auch kulturell bestimmt." Ohne Rahmen geht gar nichts: Man kann nicht wahrnehmen und erleben, nicht denken und urteilen, nicht gehen oder stehen. Er ist die notwendige Bedingung, die sich ständig wandelnde Form individuellen Lebens: "... was immer wir im Bewusstsein haben, ist in einen Rahmen gestellt; weder gibt es einen leeren Rahmen noch gibt es ungerahmte Inhalte des mentalen Geschehens." Ihm denkend beizukommen, ist daher so leicht nicht: "Dies ist das Problem des Rahmens: er ist immer vorhanden, aber man weiß es nicht."

Als Wissenschaftler lässt Pöppel den Leser in bewundernswert alltagsnaher Sprache an den Erkenntnissen der Hirn- und Kognitionsforschung teilhaben. Als Autor stellt er immer wieder den Bezug zum eigenen Leben und Erleben her und bemüht sich nach Kräften um eine seinem eigentlich unfassbaren Gegenstand angemessene Form. Autobiografisches -- die Vorlesungen über die griechische Antike, die ein Bauer vom Heuwagen aus für den kleinen Ernst hält; seine Begegnung mit einem Mörder -- verbindet er mit Wissenschaftlichem und Philosophischem. Durch diese geradezu experimentelle Form erfährt der Leser einiges über das Funktionieren seines eigenen Rahmens: Wie dieser das Gelesene ordnet, aneckt, sich verschiebt und es wieder neu ordnet...

Der Mut zum Experiment ist die große Stärke des Buches. Im Rahmen des Rezensenten setzte sich jedenfalls auch Kritik fest: "Irgendwie stimmt die Form nicht immer. Das Unhierarchische, Ungeordnete des Textes wirkt mitunter gewollt. Und diese vielen Klammern... Manches hätte man auf jeden Fall straffen können."

Am besten, jeder konfrontiert das Buch mit seinem eigenen Rahmen. Wer sich für Gehirnforschung, Psychologie oder die Philosophie des Geistes interessiert, dürfte dies sicherlich mit Gewinn tun -- auch und gerade, wenn er an Pöppels Rahmen aneckt. -- Roland Große Holtforth, Literaturtest -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


Pressestimmen
»Hirnforschung als fröhliche Wissenschaft - dieses Kunststück ist Ernst Pöppel gelungen.«Focus 02.10.2006

»Das Buch kann als ein indirketer Beleg für die Faszination angesichts der Hirnforschung gelten.«Helmut Mayer, Frankfurter Allgemeine Zeitung 08.11.2006

»Alltagsnah und mit spielerischer Leichtigkeit berichtet der Hirnforscher Ernst Pöppel seine neuesten Erkenntnisse. (...) Dieses Buch ist eine gelungene Einführung in die Hirnforschung, randvoll gespickt mit neuesten Erkenntnissen und Überlegungen, und zugleich ein stark autobiografisch gefärbtes Werk. (... ) Ein richtiger Lesegenuss.«Beatrice Wagner, Psychologie heute Dezember 2006

»'Der Rahmen' ist auch zu einem essayistischen Schreibexperiment geworden, das Pöppel mit erstaunlicher Souveränität bewältigt.«Beat Mazenauer, Aargauer Zeitung 17.02.2007
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Der Rahmen: Ein Blick des Gehirns auf unser Ich [Taschenbuch]

 

Kundenrezensionen

Wer dieses Buch in der Hoffnung kauft, auf 500 Seiten auf den neuesten Stand in Sachen Gehirnforschung gebracht zu werden (so wie ich), der wird bitter enttäuscht werden. Der Autor sagt an einer Stelle, der "Tristam Shandy" von Sterne sei eines seiner Lieblingsbücher. Entsprechend müsste der Untertitel dieses Opus lauten: "Leben und Ansichten des Prof. Pöppel", und nicht "Ein Blick des Gehirns auf unser Ich". In diesem Buch geht es nämlich nur am Rande um das Ich der Gehirnforschung, dafür umso mehr um das Ich des Autors: der Leser erfährt - ob er will oder nicht - warum Pöppel so gerne spazieren geht, wie Pöppel Hans Jonas kennenlernte, wie er zu seinem ersten Forschungsauftrag kam, was er über Interdisziplinarität in der Forschung denkt, dass sein Vater vorübergehend SS-Mann war, dass er gerne Squash spielt und vieles, vieles mehr. Ein "Opus magnum" eines alternden Forschers, das irgendwie aus dem Ruder gelaufen ist, und das leider keinen mutigen Lektor im Verlag fand.


500 Seiten Geplauder, über dies und das, ab und zu auch mal übers Gehirn, aber alles ohne roten Faden, ohne Struktur (die Kapiteleinteilung ist absolut willkürlich und die Überschriften nichtssagend) ; Humor nur im Promille-Bereich, im Stil sehr selbstverliebt, oft einfach nur daherschwafelnd; haufenweise lateinische Zitate, die auch nur den Sinn haben, dem Leser zu signalisieren, dass der Autor ein enorm kultivierter Mann ist (was er ohne Zweifel ist).


Fazit: wer sich für Ernst Pöppel und dessen Forscherleben interessiert, der soll dieses Buch kaufen. Wer sich für das Gehirn interessiert, der greife zu Büchern von Ramachandran, A. Damasio, G. Roth und anderen.




Obwohl Ernst Pöppel nicht (mehr) an Kapitel glaubt, gibt es 34 Kapitel. Obwohl das Aussprechen von Quergedanken in einem Gespräch unhöflich ist, erlaubt sich Ernst Pöppel diese Unhöflichkeit. Und obwohl Ernst Pöppel glaubt, man müsse sein Buch nicht in einer Richtung lesen, liest man es eben trotzdem von vorne nach hinten. Wenn man denn wirklich so weit kommt. Tja, ich halte Ernst Pöppels Versuch, mit der Erzähltechnik des "stream of consciousness" ein Buch über Neurologie und die Welt zu schreiben, schlicht für missglückt. Und wenn er in seinem ersten "Nichtkapitel" zehn Seiten lang nach Begründungen für sein seltsames Unterfangen ringt, so ist dies ein schöner Beweis für die These seines Fachkollegen Gerhard Roth, Sprache diene primär zur Rechtfertigung eigener Verhaltensmuster. Ich weiß nicht, welche Vorbilder der deutsche Hirnforscher vor Augen hatte, als er mit der Niederschrift seiner Gedanken, Erlebnisse, Mutmaßungen und geglätteten Vorlesungen begann. Feynman kann es ebenso wenig gewesen sein wie Bieri, Damasio, Freud, Pinker, Einstein oder Sacks, auch wenn er diese schreibenden Wissenschaftler schätzt. Denn wie es Ernst Pöppel im vermeintlichen Vorwort bereits "androht", tritt er einfach in das Leben seiner Leser ein, erzählt ihnen von diesem und jenem, spricht zwischendurch mit seinen Freunden, Studenten oder sich selbst, um sich schließlich über die Einsamkeit des Autors zu beklagen.


Um den Lesern meiner Besprechungen den Kaufentscheid zu erleichtern, bemühe ich mich jeweils, den Inhalt wenigstens in einigen Sätzen zusammenzufassen. Tut mir leid, ist mir bei diesem Buch leider nicht möglich. Es handelt von allem und von nichts. Das kann zwar künstlerisches Programm sein, muss dann aber auf einem formalen Niveau erfolgen, das Ernst Pöppel definitiv nicht beherrscht. Sein Mittel, das schwabbelige Ding doch noch irgendwie zusammenzuhalten, sind Klammern. Ohne mir eine genaue Zählung angetan zu haben, liege ich mit der Schätzung von "Tausenden" bestimmt nicht falsch. Wie das bei einem Lektor durchgeht, ist mir ein Rätsel. Aber wie die Rezension in "Psychologie heute" zeigt, können Pöppels gesammelte Gedankensprünge durchaus auf Wohlwollen stoßen. Das Buch sei voll Humor und Selbstironie und daher ein richtiger Lesegenuss. Na ja, es gibt schließlich auch Liebhaber von Schnecken und anderen Lebewesen, die mir nicht bekommen. Weil diese Rezensentin zudem die Meinung vertritt, das Buch sei eine gelungene Einführung in die Hirnforschung, randvoll gespickt mit neusten Erkenntnissen und Überlegungen, erlag ich beinahe der Versuchung, mein weniger enthusiastischen Urteil einer Zweitlektüre zu unterwerfen. Allein, ich gab nach wenigen Seiten wieder auf.


Mein Fazit: Was Douglas R. Hofstadter mit "Gödel, Escher, Bach" und "Metamagicum" gelang, lässt sich nicht einfach kopieren, indem man seinen Gedanken freien Lauf lässt. Solange dies ein Verlag mitmacht, darf jeder Autor die Resultate seines offenen Denkens in skurrile Sprachbehälter gießen. Aber solange ähnliche Kost bekömmlicher aufgetischt werden, hält sich der Applaus für die Pöppel'sche Version bestimmt in Grenzen.




Die Macht der inneren Bilder. Wie Visionen das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern [Taschenbuch]

Die Macht der inneren Bilder. Wie Visionen das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern [Taschenbuch]

Produktinformation

  • Taschenbuch: 137 Seiten

  • Verlag: Vandenhoeck ; Ruprecht; Auflage: 7., unveränd. Aufl.; (26. Oktober 2011)

  • Sprache: Deutsch

  • ISBN-10: 3525462131

  • ISBN-13: 978-3525462133

  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,4 x 1,2 cm

Von : Gerald Hüther
Preis : EUR 14,68
Die Macht der inneren Bilder. Wie Visionen das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern [Taschenbuch]

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung
Eingängig und mit gewohnter Leichtigkeit seiner Sprache eröffnet uns Gerald Hüther eine faszinierende Welt: die der inneren Bilder und ihrer Kraft in unserem Leben.

Innere Bilder - das sind all die Vorstellungen, die wir in uns tragen und die unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmen. Es sind Ideen und Visionen von dem, was wir sind, was wir erstrebenswert finden und was wir vielleicht einmal erreichen wollen. Es sind im Gehirn abgespeicherte Muster, die wir benutzen, um uns in der Welt zurechtzufinden. Wir brauchen diese Bilder, um Handlungen zu planen, Herausforderungen anzunehmen und auf Bedrohungen zu reagieren. Aufgrund dieser inneren Bilder erscheint uns etwas schön und anziehend oder hässlich und abstoßend. Innere Bilder sind also maßgeblich dafür, wie und wofür wir unser Gehirn benutzen. Woher kommen diese inneren Bilder? Wie werden sie von einer Generation zur nächsten übertragen? Was passiert, wenn bestimmte Bilder verloren gehen? Gibt es innere Bilder, die immer weiterleben? Benutzen nur wir oder auch andere Lebewesen innere Bilder, um sich im Leben zurechtzufinden? Gibt es eine Entwicklungsgeschichte dieser inneren Muster? Der Hirnforscher Gerald Hüther sucht in seinem neuen Buch nach Antworten auf diese Fragen - nicht als Erster, aber erstmals aus einer naturwissenschaftlichen Perspektive. So schlägt er eine bisher ungeahnte Brücke zwischen natur- und geisteswissenschaftlichen Weltbildern, die eine Verbindung zwischen materiellen und geistigen Prozessen, zwischen der äußeren Struktur und der inneren Gestaltungskraft aller Lebensformen schafft. Diese Synthese gelingt dem Autor mit der ihm eigenen Leichtigkeit in der Darstellung.


Über den Autor
Dr. rer. nat. Dr. med. habil. Gerald Hüther, geb. 1951, ist Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen. Zuvor, am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin, hat er sich mit Hirnentwicklungsstörungen und mit der langfristigen Modulation monoaminerger Systeme beschäftigt; als Heisenbergstipendiat hat er ein Labor für neurobiologische Grundlagenforschung aufgebaut.

 

Die Macht der inneren Bilder. Wie Visionen das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern [Taschenbuch]

 

Kundenrezensionen

... bietet dieses schmale Bändchen, das insbesondere diejenigen schätzen werden, denen Sachbücher sonst zu nüchtern sind, und die Poesie und menschliches Einfühlungsvermögen bei naturwissenschaftlichen Büchern vermissen. Hier findet sich das Thema "Die Macht der inneren Bilder" einmal auf andere Weise behandelt, als es die meisten Bücher über Neurobiologie tun.


Gerald Hüther ist zwar Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen, aber sein Buch zum Thema ist eher literarisch im Ansatz und so beginnt er mit einer persönlichen Geschichte als Einstieg, die er auch zum Schluss noch einmal aufnimmt. Sein Text ist allgemeinverständlich und nachvollziehbar geschrieben, so dass der Professor niemals "heraushängt". Leider rutschen für meinen Geschmack Aufbau und Tonfall des Ganzen bisweilen ins Predigthafte, weshalb ich dem Buch hier nur vier Sterne geben mag. Manch einem wird aber gerade das gefallen. Insbesondere den Feinsinnigen und Hochsensiblen unter uns möchte ich dieses Buch wärmstens ans Herz legen.


Die Literaturhinweise am Schluss zeigen übrigens, dass es sich beim Autor um einen breit gebildeten Menschen handelt. Hier schreibt ein Wissenschaftler, der auch Goethe, Büchner, Cervantes, Fromm, Hemingway und Rilke liest und nicht nur die obligatorische neurobiologische Fachliteratur. Querdenker werden Hüthers Denkansatz zu schätzen wissen.




Dr. Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie, vermittelt mit seiner eigenen Leichtigkeit wie wichtig innere Bilder, also Träume und Visionen, sind und wie sie Mensch und Gesellschaft verändern. Angefangen vom neurobiologischen Aspekt der inneren Bilder führt uns Dr. Hüther auf eine spannende Entdeckungsreise in uns selbst. Woher kommen unsere inneren Bilder? Wie prägen sie unser Leben? Unterhaltsam zeigt er die unterschiedlichen Formen der inneren Bilder anhand von Beispielen sowohl aus der Hirnforschung als auch aus der Evolutions- und Menschheitsgeschichte. Konflikte, die aus starren Festhalten an Visionen aber auch durch einen Verlust von Träumen heraus entstehen sind in der heutigen Gesellschaft wohl nicht unbekannt. Er zeigt sich zwar Gesellschaftskritisch, jedoch ist dafür ist das Büchlein etwas zu kurz. Trotzdem gelingt es ihm, unser Leben ein bisschen besser zu verstehen.


Jan 21, 2012

Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde [Gebundene Ausgabe]

Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde [Gebundene Ausgabe]

Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten

  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus; Auflage: 20 (14. September 2009)

  • Sprache: Deutsch

  • ISBN-10: 3579068792

  • ISBN-13: 978-3579068794

  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,2 x 2,4 cm

Von : Manfred Lütz
Preis : EUR 6,99
Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde [Gebundene Ausgabe]

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion
Hitlers Taten waren abscheulich. Doch der Diktator war nicht psychisch krank, sondern normal. Statistisch gesehen verüben psychisch Kranke sogar weniger Straftaten als Normale, weiß Psychiater Manfred Lütz aus dem Klinikalltag zu berichten. In seinem Streifzug durch die Spielarten der menschlichen Psyche versucht der Autor, das Wesentliche von Psychiatrie und Psychotherapie darzustellen. Prima, wenn endlich jemand anschaulich erklärt, worüber viele sprechen, aber nur wenige wirklich eine Ahnung haben.

Hauptsächlich dreht es sich um psychische Krankheiten und gängige Therapien. Zunächst führt uns Lütz jedoch vor Augen, wie sehr das Verhalten psychisch Gesunder seltsame Blüten treibt. „Normalos“, die in stumpfer und spießiger Atmosphäre vor sich hindümpeln, bekommen genau so ihr Fett ab wie diejenigen, die Blödsinn professionell erzeugen. Dazu zählt Lütz die Ergüsse von Dieter Bohlen, Paris Hilton oder wilde esoterische Pendeleien.

Zugegeben, das Inhaltsverzeichnis sieht arg nach Seminararbeit aus. Die Stärke des Buches macht aus, dass Lütz viele plastische Beispiele anbietet, um nackte Theorie mit Leben zu füllen. So verstehen Laien besser, was zum Beispiel Depressive von Manikern unterscheidet. Und wenn wir erfahren, wie eine Patientin einmal die Bundeswehr aufmischte, öffnet sich die Pforte zum Reich der netten Anekdote.

Bei der neuen „Volkskrankheit“ Alzheimer konstatiert Lütz: „Wie eine Gesellschaft mit ihren Demenzkranken umgeht, das ist die Nagelprobe für ihre Menschlichkeit.“ Ergo ist die von Lütz angekündigte „heitere Seelekunde“ so lustig nun auch wieder nicht. Tatsächlich fehlt es Lütz nicht am nötigen Ernst, wenn etwa dargelegt wird, wie wenig Wahlfreiheit Süchtige haben, was im Wahnsystem schizophrener Patienten passiert oder wann Psychopharmaka eine befreiende Wirkung entfalten.

Dass wir die Falschen behandeln, wie der Untertitel des Buches reißerisch ankündigt, erweist sich als zu viel des Guten. Auf alle Fälle gilt: „Das mutwillige oder zynische Suchen nach Defiziten bei gesunden Menschen ist menschenunwürdig“, wie der Psychiater und Arzt vor Risiken und Nebenwirkungen der Lektüre warnt. Und während die einen die bisweilen betont locker-flockige Art des Autors weniger mögen, sehen andere darin eine souveräne Haltung voll heiterer Demut. Unter dem Strich lautet deshalb die Diagnose des Kritikers: Prädikat wahnsinnig lesenswert! – Herwig Slezak


Pressestimmen
Lütz erläutert Krankheitsbilder wie Sucht, Depression, Schizophrenie und Alzheimer auf eine Weise, die nicht nur mit Klischees aufräumt und Berühungsängste abbaut. Er vermittelt dem Leser auch eine Ahnung davon, wie die Betroffenen die Welt sehen. (stern Gesund leben )

"Sollten die Leser am Ende vielleicht die eine oder andere Psycho-Macke an sich entdecken, haben sie richtig Glück: Der Autor mag die "Normalos" nicht wirklich. Sie sind doch vergleichsweise langweilig und bieder, sind wohlgeordnet und absolut nicht außergewöhnlich. Die rührenden Demenzkranken, dünnhäutigen Süchtigen oder mitreißenden Maniker sind doch viel spannender! Manfred Lütz nimmt die Leser auf eine Reise ins Land der Verrückten mit – und das macht richtig Spaß!" (Stadtbibliothek Solingen, Claudia Elsner-Overberg )

Der Psychiater Manfred Lütz hat ein launiges, geist- und faktenreiches Buch wider die "Tyrannei der Normalität" geschrieben. Denis Scheck (Der Tagesspiegel )
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Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde [Gebundene Ausgabe]

 

Kundenrezensionen

Ich kann Manfred Lütz garnicht dankbar genug dafür sein, dass er es geschafft hat, das Tabu-Thema "Psychische Krankheiten" aus einem so ganz neuen Blickwinkel zu beleuchten- dem des Humors! Er hält uns den Spiegel vor.Die meisten Menschen haben von Psychisch Kranken ein völlig falsches Bild im Kopf, nämlich das eines irren ,verrückten Menschen, der angekettet in der Ecke sitzt. (So jedenfalls war mein persönliches Bild, das mir zu dem Thema als erstes einfiel. Und genau dieses völlig verzerrte Falsch bzw. Unwissen machte es mir geradezu unmöglich, mich mit meiner eigenen Erkrankung auseinanderzusetzen, die Diagnose "Deppression" zu akzeptieren. Es sollte 6 Monate stationäre Therapie, und viele dunkle Stunden, brauchen, bis ich wieder einigermaßen bereit war, mich der "normalen" Welt da draußen zu stellen.)Hätte es dieses Buch vor 2 jahren schon gegeben, mir wäre vieles erspart geblieben! Soviel zu meiner Geschichte. Lütz zeigt auf, das wir tatsächlich die falschen behandeln!Das wir, als Gesellschaft, uns fragen sollten, warum der Begriff "psychisch krank" eigentlich so negativ belegt ist. Krank, das sind für mich diejenigen, die tagtäglich durch ihr Leben hetzen, auf der Jagd nach "persönlicher Befriedigung", nach Erfolg im Job, im Privatleben. Und die darüber sich selbst vergessen. Die sich nicht mehr mit sich selbst auseinandersetzen.Mit ihrem Gefühlserleben zum beispiel. Fragen wie "bin ich glücklich?". "Hat das was ich tue, für mich einen Sinn?"


"Psychisch krank" werden meist Menschen, die besonders sensible "Antennen" haben.Die sich am alltäglichen Leben aufreiben ; an den Leistungsanforderungen unserer Gesellschaft zu zerbrechen drohen.


Einige der vernünftigsten Menschen, die ich je kennenlernen durfte, habe ich in der Psychiatrie getroffen! Wir sollten endlich beginnen, auch die andere Seite der Medaille zu sehen, und von den Menschen, die wir als "krank" abstempeln, zu lernen!


Manfred Lütz hat mit seinem Buch einen großen Schritt in die richtige Richtung getan!


Über einzelne inhaltliche Aspekte kann man sicherlich streiten und Herr Lütz scheint jemand zu sein, der diesbezüglich auch nicht so fundamentalistisch eingeschränkte Ansichten hat wie manch ein abwertender Rezensent hier.


Ich möchte in meiner Rezension allerdings nicht auf inhaltliche Details eingehen, sondern einen allgemeine Bewertung des Buches wagen.


Ich habe das Buch als Medizinstudent und Angehöriger einer psychisch erkrankten Person gelesen; sozusagen als Halb-Laie.


Mit "Irre" ist Lütz ein ausserordentlich gut lesbares und versändliches Buch gelungen, in dem eine grober Überblick über die Welt der Psychotherapie gegeben wird und das dank vielen Bezügen zu Gesellschaftkritik, Ethik und Philosophie eine breite Zielgruppe anspricht.


Es werden viele Darstellungen mit lebhaften Geschichten aus dem Klinikalltag und humorvollen Bemerkungen untermalt, so dass man das Buch tatsächlich eine "heitere Seelenkunde" nennen darf, obwohl durchaus ernste Themen angesprochen werden. Das verleiht dem Buch einen sehr menschlichen Charm und die von Lütz oft erwähnte und geforderte Humanität im Umgang mit psychisch Kranken ist eigentlich eine Vorraussetzung, um sich nicht in allzu politischer Korrektheit über dieses Buch zu empören.


Lütz stellt sicherlich gewagte und polarisiernde Thesen auf, die insbesondere in der Kritik an den "Normalen" ein bisschen über das Ziel hinaus schießen; aber wer das Buch nicht vor dem Nachwort empört beiseite legt wird feststellen, dass diese Provokation methodisch gewollt ist um seine Anliegen zu verdeutlichen.


Alles in allem ein wirklich für jeden empfehlenswertes Buch, das seine eigenen Grenzen kennt (es ist kein umfassendes hoch-wissenschaftlich strukturiertes Lehrbuch!), aber innerhalb dieser Grenzen höchsten Ansprüchen genügen kann!




Wir sind unser Gehirn: Wie wir denken, leiden und lieben [Gebundene Ausgabe]

Wir sind unser Gehirn: Wie wir denken, leiden und lieben [Gebundene Ausgabe]

Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten

  • Verlag: Droemer (4. Oktober 2011)

  • Sprache: Deutsch

  • ISBN-10: 3426275686

  • ISBN-13: 978-3426275689

  • Originaltitel:Wij zijn ons brein. Van baarmoeder tot Alzheimer

  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 3,8 cm

Von : Dick Swaab (Autor), Bärbel Jänicke (Übersetzer), Marlene Müller-Haas (Übersetzer)
Preis : EUR 22,99
Wir sind unser Gehirn: Wie wir denken, leiden und lieben [Gebundene Ausgabe]

Produktbeschreibungen

Pressestimmen
"Der Versuch mit Dick Swaab zusammen sein Gehirn kennenzulernen, lässt mich bei mir Ankommen!" Buchblog - Bücher verändern Leben, 26.09.2011
Kurzbeschreibung
Wie die grauen Zellen über unser Leben bestimmen Wie wird das Gehirn schon im Mutterleib geprägt? Was passiert, wenn man verliebt ist? Wie lässt sich Religiosität neurologisch erklären? Und wie Homo und Heterosexualität? Der renommierte Hirnforscher Dick Swaab begleitet in seinem Buch den Menschen von der Entstehung der Eizelle bis zum Tod – und beschreibt, welchen entscheidenden Einfluss das Gehirn in allen Lebensphasen auf unser Verhalten nimmt. »Dick Swaab gelingt es wunderbar, das Thema einem breiten Publikum zu vermitteln.« NRC Handelsblad
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Wir sind unser Gehirn: Wie wir denken, leiden und lieben [Gebundene Ausgabe]

 

Kundenrezensionen

Wenn ein 500-Seiten-Buch über das menschliche Gehirn monatelang die Bestsellerliste in den Niederlanden anführt, kann dies nicht nur an der Popularität seines Autors liegen. Ganz offensichtlich wollen immer mehr Menschen Informationen aus erster Hand, wenn es um die Funktionsweise ihres Gehirns geht. Und Dick Swaab, der als einer der international führenden Hirnforscher gilt, kann dieses komplexe Organ so anschaulich und umfassend erklären, dass auch Laien mitkommen. Zudem hat er auch den Mut, heikle Themen anzusprechen und die heftigen Reaktionen beleidigter Ideologen zu ertragen.


Im Unterschied zu anderen Autoren solcher Bücher verzichtet Dick Swaab auf lange Ausführungen über den Aufbau und die verschiedenen Teile des Gehirns. Vielmehr bedient er sich der induktiven Lehrmethode, indem er über zahlreiche Beobachtungen und Beispiele schließlich zu einem Gesamtbild kommt. Daher sucht man auch vergeblich nach den üblichen Illustrationen und lateinischen Fachbegriffen. Das finde ich deshalb richtig, weil das Wissen um elektrische und biochemische Vorgänge einem Laien so wenig bringt wie komplizierte Grafiken von Signalübertragungen, Hirnhälften oder Zellstrukturen.


Dick Swaab macht auch gleich klar, dass auch Wissenschaftler auf den Gebrauch von Metaphern angewiesen sind, wenn sie über das menschliche Gehirn sprechen und von einem großen Publikum verstanden werden wollen. Seine Tour d'horizont durch die faszinierende Welt der Neurologie beginnt Swaab mit Einblicken in das subtile Zusammenspiel von Mutter und Kind bei der Geburt. Und das macht auch deshalb Sinn, weil es zu den zentralen Thesen dieses Buches gehört, dass ein wesentlicher Teil unseres Charakters, unseres IQ und unseres Risikos, an Hirnkrankheiten zu erkranken, für immer festgelegt ist, wenn die Gene unserer Eltern vermischt sind. Doch selbstverständlich geht Dick Swaab auch auf die Bedeutung stimulierender Umfelder ein.


Im dritten Kapitel kommen Themen wie umweltbedingte Hirnstörungen, Suchtmittel und Medikamente und eher bizarre Entwicklungsstörungen zur Sprache. Danach geht es um die sexuelle Differenzierung des Gehirns in der Gebärmutter und die gesellschaftlichen Reaktionen auf Swaabs Forschungen zu diesem Thema. Weniger Widerspruch weckten seine Thesen zur Pubertät, zur Verliebtheit, zum Sexualverhalten und zur Funktion des Hypothalamus. Allerdings muss aus Sicht der Hirnforschung vieles neu überdacht werden, was Ursachen und Behandlung von Depressionen betrifft. Lesenswert sind auch die Passagen, in denen Dick Swaab auf die Gefahren der Positiven Psychologie aufmerksam macht. Einem armen Patienten, bei dramatischem Verlauf seiner Erkrankung noch vorzuwerfen, er habe sich nicht genügend angestrengt, seine Krankheit in den Griff zu kriegen, ist ebenso dumm wie frech.


Im Kapitel Suchtmittel beschönigt Dick Swaab nichts, spielt sich aber auch nicht als Moralapostel auf. Weitere Kapitelüberschriften lauten: Gehirn und Bewusstsein - Aggression - Autismus - Schizophrenie und andere Gründe für Halluzinationen - Reparatur und elektrische Simulation - Moralverhalten - Das Gedächtnis - Neurotheologie: Gehirn und Religion - Der freie Wille, eine schöne Illusion - Die Alzheimer-Krankheit - Tod - Evolution - Schlussfolgerungen. Und dazwischen drückt Dick Swaab sein völliges Unverständnis darüber aus, weshalb Sport so hohes Ansehen genießt und seine Ausübung von allen propagiert wird. Ein Kapitel, das einige Leser ebenso auf die Palme bringen wird wie Dick Swaabs Ansichten über die Wirkung der Ratgeberliteratur und gewisser Weiterbildungskurse.


Zum großen Erfolg dieses Buches im Heimatland des Autors trug sicher auch die Offenheit bei, mit der Dick Swaab von eigenen Erlebnissen und Zweifeln spricht. Der Einbezug persönlicher Gefühle führt allerdings auch dazu, dass man sich als Leser nicht so einfach von unangenehmen Botschaften distanzieren kann. Und Dick Swaab zieht den Teppich auch denen unter den Füssen weg, die der Auffassung sind, die Neurowissenschaften seien ein argumentativer Selbstbedienungsladen, um wirren Thesen einen wissenschaftlichen Anstrich geben zu können. Entweder man stimmt den wichtigsten Erkenntnissen renommierter Neurologen zu oder man verzichtet darauf, sich als Experte auf diesem Gebiet zu bezeichnen.


Mein Fazit: Dick Swaab hat ein Buch über unser Denken, Leiden und Lieben geschrieben, das in den Niederlanden zu Recht ein Bestseller wurde. Ohne seine Leser mit unnützen Fachbegriffen zu belasten, setzt er aus zahlreichen Geschichten, Forschungsberichten und Thesen ein Bild zusammen, auf dem sich am Schluss einigermaßen erkennen lässt, was unser Verhalten steuert und wer wir sind.


Welcher Ort in meinem Gehirn ist verantwortlich für meine religiöse Veranlagung? Welcher Bereich bestimmt meine Wahl und Art der Partnerschaft? Zahlreichen Fragen, die unser Gehirn unbewusst entscheidet, werden unter die Lupe genommen, herausgekommen ist ein spannendes und kurzweiliges Buch über unser kompliziertestes Organ, das Gehirn.


Interessant auch die immense Vielfalt der Themen und der seitenstarke Umfang, der manchen abschrecken könnte, hier schwere Kost vorgelegt zu bekommen, aber keine Angst: Das Buch ist sehr gut und verständlich zu lesen.


Professor Dick Swaab beschreibt die Veränderung des Gehirns eines Kindes, wenn werdende Mütter rauchen und das weitere Zusammenwirken von Mutter - und Kindgehirn während der Geburt. Überraschend auch die anderen Erkenntnisse und Fakten, die unser Gehirn so unglaublich faszinierend machen, hier alles komprimiert und aufschlussreich dargestellt.


Ein spannendes Buch über die letzten Geheimnisse unseres Selbst und über die Funktion des menschlichen "Computers". Faszinierend und absolut empfehlenswert!




Gehirn und Gedicht: Wie wir unsere Wirklichkeiten konstruieren [Gebundene Ausgabe]

Gehirn und Gedicht: Wie wir unsere Wirklichkeiten konstruieren [Gebundene Ausgabe]

Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 528 Seiten

  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH ; Co. KG; Auflage: 2 (7. März 2011)

  • Sprache: Deutsch

  • ISBN-10: 3446236562

  • ISBN-13: 978-3446236561

  • Größe und/oder Gewicht: 24,4 x 16,8 x 3,8 cm

Von : Raoul Schrott (Autor), Arthur Jacobs
Preis : EUR 29,90
Gehirn und Gedicht: Wie wir unsere Wirklichkeiten konstruieren [Gebundene Ausgabe]

Produktbeschreibungen

Pressestimmen
"Eine lehrreiche Neuropoetik." Steve Ayan, Geist und Gehirn, Heft 6 /11 "So schlägt sich die Lyrik im Labor: Raoul Schrott und Arthur Jacobs erforschen das Zusammenspiel von Gehirn und Gedicht." Frank Kaspar, Die Welt am Sonntag, 31.06.11
Kurzbeschreibung
Warum können wir uns beim Lesen so in ein Buch vertiefen, dass wir die Welt um uns vergessen? Warum gehen uns Reime ein Leben lang durch den Kopf, und warum schlagen Metaphern manchmal ein wie der Blitz? Raoul Schrott hat auf der Suche nach dem Geheimnis des Gedichts die neuesten Spuren der Biologie und Wissenschaft aufgenommen. Zusammen mit Arthur Jacobs zeigt er, wie sich in elementaren literarischen Stilmitteln neuronale Prozesse erkennen lassen. Anhand vieler Beispiele aus unterschiedlichsten Epochen führt er uns vor, wie wir denken, warum wir es so tun, wie wir es tun, und wie daraus Dichtung entsteht.
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Gehirn und Gedicht: Wie wir unsere Wirklichkeiten konstruieren [Gebundene Ausgabe]

 

Kundenrezensionen

Licht in die Dunkelkammer des Geistes bringen auf eine durchaus ungewöhnliche Weise auch Raoul Schrott und Arthur Jacobs. Der Schriftsteller und der Psychologie-Professor an der Freien Universität Berlin umreißen im Untertitel Ihres 500-Seiten-Wälzers eine ähnliche Themenstellung wie Semir Zeki in seinem Buch Glanz und Elend des Gehirns: Neurobiologie im Spiegel von Kunst, Musik und Literatur.


"Wie wir unsere Wirklichkeiten konstruieren", wollen sie erklären, und sie beschäftigen sich ebenfalls mit der Kunst, speziell mit den unauslotbaren Aspekten von Gehirn und Gedicht. "Weshalb vermag uns das Lesen gedruckter Schriftzeichen so sehr zu vereinnahmen, dass wir alles um uns vergessen? Warum sind Verszeilen kurz? Aus welchem Grund wurde die Poesie erfunden?", lauten die Hauptfragen, denen die Autoren nachspüren.


Abschließende Antworten wird man nicht bekommen, aber doch viele wichtige und oft auch überraschende Einsichten zu Lesen, Denkbewegungen, Metaphorik, Laut und Malerei, Musik, Vers und Reim, Schrift und Sprache, Bildräume und Denkfiguren.


Es geht hier also weniger erkenntnistheoretisch als kreativ zu, und kreativ geschrieben ist auch das Buch selbst. Unter den vielen über das Gehirn sicherlich ein Außergewöhnliches, dabei durchaus solide und in vielen Exkursen auch akribisch wissenschaftlich.


Das Buch trägt dazu bei, die Faszination des Gehirns zu erkunden und zu verstehen. Das ist wichtig um uns selbst willen, aber auch um zu begreifen, wie verletzlich und manipulierbar unser Kosmos im Kopf ist, siehe Schöne neue Neuro-Welt: Die Zukunft des Gehirns. Eingriffe, Erklärungen und Ethik .




Jan 20, 2012

Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn [Taschenbuch]

Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn [Taschenbuch]

Produktinformation

  • Taschenbuch: 139 Seiten

  • Verlag: Vandenhoeck ; Ruprecht; Auflage: 10. (9. Dezember 2010)

  • Sprache: Deutsch

  • ISBN-10: 3525014643

  • ISBN-13: 978-3525014646

  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,2 x 1,2 cm

Von : Gerald Hüther
Preis : EUR 16,95
Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn [Taschenbuch]

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion
Noch vor zehn Jahren hätte dieses Buch über das menschliche Gehirn gar nicht funktioniert. Da besaß nur eine Minderheit von uns bereits Erfahrungen mit Computern. Jetzt, wo fast jeder schon einmal so eine Kiste ausgepackt und aufgestellt hat, um sodann seufzend die Gebrauchsanleitung zu lesen, verstehen wir den Witz, wenn Kapitel 1 überschrieben ist "Entfernung von Verpackungsmaterial und Schutzvorrichtungen".

Das folgende Kapitel ist überschrieben "Aufbau und Einsatzmöglichkeiten". Es beginnt: "Ein festsitzender Zellhaufen braucht kein Gehirn. Er kann sich weder dorthin bewegen, wo es besser ist, noch kann er sich davonmachen, wenn es brenzlig wird." Es werden dann die verschiedenen Hirnformen vorgestellt, die die Natur geschaffen hat. In ganz einfacher Alltagssprache, offensichtlich eine Begabung des Göttinger Professors mit den zwei Doktortiteln.

Kapitel 3, Hinweise auf bereits erfolgte Installationsmaßnahmen, verrät unter Optimal gelungene Installationen, was alles in der frühen Kindheit richtig laufen muss, "um die genetisch angelegten Möglichkeiten zur Ausbildung hochkomplexer und zeitlebens veränderbarer Verschaltungen in vollem Umfang nutzen zu können".

Kapitel 4 schlagen wir dann mit besonderem Interesse auf, denn hier geht es um "Korrektur von Installationsdefiziten": Wer hätte nicht gern einen präziser arbeitenden Denkapparat? Und in Kapitel 5 "Unterhaltungs- und Wartungsmaßnahmen" geraten wir in die Bedeutung der Hirnforschung für die Bewältigung unseres Lebens. Kein Mensch könne "eine freie Entscheidung darüber treffen, wie und wozu er sein Gehirn benutzen will. Solange er hungert, friert, materielle Not leidet oder seelischen Qualen ausgesetzt ist."

Stop. Spätestens hier kommt uns ein Verdacht: Hüther ist zwar durchaus Neurobiologe aber auch Moralist. Empfehlung: gutes Geschenk für Jugendliche mit Neigung zum Bildschirm. --Michael Winteroll


Pressestimmen
Eva-Maria Heses-Jesch, M. A., Aufklärung und Kritik »Gerald Hüthers Gebrauchsanleitung für ein menschliches Gehirn bietet sich einladend unterhaltsam als sehr ernsthaftes Plädoyer für verantwortungsbewusstes Einsetzten unseres hochkomplexen Sozialorgans Gehirn zu bereitwillig erschließender Lektüre an.« Hannes Preßl, Bibliotheksnachrichten »Nach der Lektüre von Gerald Hüthers Buch weiß man, das man diese Anleitung gar nicht früh und genau genug lesen kann [...] Ein Buch, das jede Bibliothek aufwertert.«
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Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn [Taschenbuch]

 

Kundenrezensionen

Als ich heute beim Erstellen der Lieblingsliste auf das Buch geklickt habe, musste ich festellen, dass nicht nur viele rezensionen vorhanden sind, sondern mindestens genauso viele Meinungen vom dem Artikel. Ich habe das Buch vor etwa einem halben Jahr gelesen und fand es so anregend und stilistisch brillant, dass ich es weiter geborgt habe und dieser jemand ebenfalls, weil er dem eben gesagten zustimmte. Was man Hüther vielleicht wirklich vorwerfen kann: Er sagt nicht dezitiert, dass der Titel mehr ironisch als ernst gemeint ist. Der Titel ist unweigerlich eine Anspielung auf die Hardware-Software Philosophie, wie man sie lange in der Hirnforschung vermutet hat, bis man eben die lebenslange Plastizität (=Formbarkeit) des Gehirns entdeckt hat. Diese ist auch das Grundthema anhand dessen die verschiedensten Aspekte beleuchtet werden. Neben einem Exkurs über die Evolution des Gehirns erfolgt auch eine Darstellung von "zweckdienlichen" Hinweisen, von denen ich die wichtigste die Aufklärung über den "optimalen" Umgang mit Kinder bzw. auch Neugeborenen finde.


Wer aufmerksam liest, der liest dieses Buch sicherlich mit Gewinn, vor allem als Laie. Es finden sich viele fruchtbare Stellen in dem Buch und zudem auch (wie ich finde) humorvolle. Wer sagt er kann diesem Buch nichts abgewinnen, der hat es schlichtweg nicht verstanden, wobei klar sein muss, dass man es schon "mit Hirn" lesen sollte und nicht wie die Tageszeitung oder nebenbei als Roman. Vor allem die Ausführungen über die Betroffenheit als die einschlägiste Form der Änderung von alten Denkmustern und Überzeugungen sollte jedem eine Lehre und wichtige Lebensweisheit sein.


Nachdem das Buch kein Gehirntrainer ist, sondern ein Sachbuch, kann man nicht erwarten, dass das Buch zum Arbeitsbuch wird; soviel muss klar sein. Es ist mehr ein Vorschlag zu einem besseren, effektiveren und nachhaltigeren Umgang mit seinem eigenen Gehirn. Außerdem ist das Buch hervorragend geschrieben und bietet viel Informationen.


Eines der besten die ich je gelesen habe und vermutlich eines der wichtigsten über den aktuellen Stand der Hirnforschung.


Sehr seltsam, wie wenig einige der negativen Rezensenten das Buch verstehen. Leider kann man gerade bei einer Bedienungsanleitung für das Hirn wenig erwarten, wenn das Gerät, dass man lernen will zu benutzen, schon überholt und nicht mehr ganz leistungsfähig ist. Wie schreibt der Autor selber über eine gewisse Sorte Menschen:


"Sie suchen fortwährend nach Meinungen, die ihnen bestätigen, dass sie so, wie sie sind genau richtig sind. Und sie sind dankbar dafür, wenn sie einen Experten finde, der sie in ihren bisherigen Überzeugungen, Meinungen und Haltungen mit seinen objektiven wissenschaftlichen Befunden endgültig bestätigt. Und womöglich kaufen sie sich sogar noch eine Bedienungsanleitung für ihr Gehirn und lesen sie in der Erwartung durch, darin Tipps zu finden, wie sie ihr vermeintlich wichtiges Organ vor Bedienungsfehlern schützen können, ohne es grundsätzlich anders benutzen zu müssen."


Als ich das gelesen habe, musste ich in Rückerinnerung an manche Rezensionen hier sehr lachen, einige scheinen aber das Buch gar nicht zu Ende gelesen zu haben, und was man von Rezensenten halten soll, die die Evolutionstheorie für überholt halten, weiß ich auch nicht...


Für mich ist das Buch eine Offenbarung, aber ich gebe zu, dass ich auch viel zwischen den Zeilen lesen musste, damit ich das, was hier auf 140 Seiten behandelt wird, völlig verstehen konnte. Zum Lesen dieses Buches braucht man Verstand, Abstraktionsvermögen und Offenheit für Selbstreflexion, es ist keine der üblichen "Wie werde ich glücklich in acht Tagen"-Bücher. Das Buch ist eine Hilfe zu Selbsthilfe, es gibt wenige konkrete Anweisungen, aber löst viele Fragen und gibt viel zu Denken.


Was mir allerdings gefehlt hat, sind Literaturempfehlungen. Und alles in allem ist es etwas knapp, so dass man vieles (wie gesagt) zwischen den Zeilen raus lesen muss. Aber ich lese es zum zweiten mal und streiche beim Lesen an, was bei meinem Lesepensum etwas heißen will.


Jan 19, 2012

Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert [Gebundene Ausgabe]

Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert [Gebundene Ausgabe]

Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten

  • Verlag: Karl Blessing Verlag (4. Oktober 2010)

  • Sprache: Deutsch

  • ISBN-10: 3896674285

  • ISBN-13: 978-3896674289

  • Originaltitel:The Shallows - What the Internet is Doing to Our Brains

  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 3,8 cm

Von : Nicholas Carr (Autor), Henning Dedekind (Übersetzer)
Preis : EUR 19,95
Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert [Gebundene Ausgabe]

Produktbeschreibungen

Pressestimmen
"Die Macht der Computer ist noch lange nicht die Ohnmacht der Vernunft: Nicholas Carr geht nüchtern und elegant der Frage nach, wie die Symbiose mit dem Internet unser Denken verändert." (Detlef Borchers, Frankfurter Allgemeine Zeitung )

"Carr argumentiert mit Hilfe von Studien aus der Medienpsychologie und der Neurobiologie. Dazu gesellt sich die aufrichtige Selbstbeobachtung eines Autors, der die Verlockungen der neuen Technologien zu schätzen weiß, aber auch besorgt feststellt, dass er sich nicht mehr ohne weiteres auf längere Texte konzentrieren kann. So hat er einen überaus informativen Beipackzettel für das Internet geschrieben, in dem er über dessen Nebenwirkungen aufzuklären versucht." (Boja Krstulovic, Der Tagesspiegel )

"Ein therapeutisch hochwirksames Buch gegen netzbedingte Konzentrationsstörungen!" (Barbara Ritzert, Bild der Wissenschaft (Buch des Jahres, Kategorie "Zündstoff") )
Kurzbeschreibung
Wie beeinflusst sie Körper und Geist?

Heute schon gegoogelt? Im Durchschnitt sind die Deutschen etwa zweieinhalb Stunden täglich online. Neuesten Studien zufolge, so zeigt Bestsellerautor und IT-Experte Nicholas Carr, bewirkt bereits eine Onlinestunde am Tag erstaunliche neurologische Prägungen in unserem Gehirn.

Wer das Internet nach Informationen, sozialen Kontakten oder Unterhaltung durchforstet, verwendet, anders als beim Buch- oder Zeitunglesen, einen Großteil seiner geistigen Energie auf die Beherrschung des Mediums selbst. Und macht sich um die Inhalte, buchstäblich, keinen Kopf. Die Folge: Im Internetzeitalter lesen wir oberflächlicher, lernen wir schlechter, erinnern wir uns schwächer denn je. Von den Anpassungsleistungen unseres Gehirns profitieren nicht wir, sondern die Konzerne, die mit Klickzahlen Kasse machen.

In seinem neuen Buch verbindet Carr, zwanzig Jahre nach Entstehung des World Wide Web, seine medienkritische Bilanz mit einer erhellenden Zeitreise durch Philosophie-, Technologie- und Wissenschaftsgeschichte – von Sokrates’ Skepsis gegenüber der Schrift, dem Menschen als Uhrwerk und Nietzsches Schreibmaschine bis zum User als Gegenstand aktueller Debatten und Studien. Und er vermittelt – jenseits von vagem Kulturpessimismus – anhand greifbarer Untersuchungen und Experimente, wie das Internet unser Denken verändert.


Alle Produktbeschreibungen

 

Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert [Gebundene Ausgabe]

 

Kundenrezensionen

Carr zeichnet auf der Basis der Neuroplastizität des Gehirns und seiner Reaktion auf die verschiedenen Arten von "Werkzeugen" die historische Entwicklung nach, ehe er vertieft auf die Folgen des Internet eingeht.


Das Buch stellt insofern inhaltlich eine Fortsetzung der Ausführungen von Manfred Spitzer dar, der die elektronischen Medien sinngemäß als "pädagogisch nicht artgerecht" im Vergleich zur bisherigen Entwicklung des menschlichen Gehirns bezeichnet hat.


Bezüglich der Thematik, sich auf Sachverhalte zu konzentrieren bzw. beim Verfolgen von Gedanken "den Faden nicht zu verlieren", behandelt Carr zwei Aspekte:


1. Der Mensch reagiert biologisch-ursprünglich zunächst nur auf Veränderungen in seiner Umgebung, kann konstante Reize oder sehr langsame Veränderungen oft gar nicht mehr wahrnehmen, weil er nur so vor Gefahren geschützt ist oder Beute machen kann.


Er kann sich also gar nicht auf eine Tätigkeit, auf einen Aspekt konzentrieren, weil er mit allen Sinnen auf andere Reize achten muss.


Das sind keine guten Voraussetzungen, überhaupt einem "roten Faden" zu folgen.


Die Fähigkeit, einem "Faden folgen" zu können, ist also das Ergebnis kultureller Evolution, ist eine Folge der Kulturtechnik "Schrift" - soweit man Carr und dem von ihm zitierten Quellen folgt.


2. Diese Fähigkeit wird in unseren Tagen durch die elektronischen Werkzeuge wieder in Frage gestellt; Beiträge bzw. Gedankengänge im Radio - Ausnahmen wie der Deutschlandfunk bestätigen die Regel -, Fernsehen, aber auch in den Printmedien, werden immer kürzer oder oberflächlicher, weil die Menschen zunehmend nicht mehr in der Lage sind, längeren, differenzierten Argumentationen zu folgen, wobei man darüber streiten kann, was Ursache, was Wirkung ist - zumindest bedingen sich beide Feststellungen wechselseitig!


Letztlich ist es aber das durch das Internet geförderte Multitasking, das dem Gehirn und damit den Menschen Fähigkeit und Bereitschaft nimmt, Gedanken von längerer Dauer zu folgen.


Die Philosophie gehört zu den wenigen Disziplinen, die diesem Trend entgegen wirken; sie stellt aber in dieser Beziehung so etwas wie eine "Insel der Seligen" dar...


Diese von Carr ausgeführten Aspekte haben bereits ein kritisches Stadium erreicht: Wir sprechen nicht über abstrakte Gegebenheiten, sondern über eine konkrete - bedenkliche - Entwicklung.


Oder mit Stanley Kubrick: Wenn wir die Welt nur durch den Computer begreifen, verkommt unsere eigene Intelligenz zur künstlichen Intelligenz!


Das Buch ist ein im positivsten Sinne amerikanisches Sachbuch, also lesbar und verständlich, ohne dass man auf die ausführliche Bibliographie zurückgreifen muss; es besitzt aber Tiefgang, wenn man den angedeuteten Zusammenhängen auf den Grund geht.


Allerdings habe auch ich inzwischen den Eindruck, dass man das Buch besser im Original lesen sollte, denn es verwirrt eher als dass es weiterhilft, wenn man Marshall McLuhans "Understanding Media" mit dem völlig unbekannten Titel der deutschen Übersetzung "Die magischen Kanäle" (ohne Fußnote!) angibt...




Dank Google und anderen Suchdiensten haben wir heute Zugang zu einer unglaublich grossen und leicht zu durchsuchenden Datenmenge. Es werden Informationen und Gedanken gesammelt, die zuvor so weit über die Welt verstreut waren, dass kaum jemand davon profitieren konnte. Der Autor zeigt im Buch aber auch, dass diese Segnungen einen Preis haben. Denn eine Auswirkung des Internet scheint zu sein, dass es uns zunehmend schwerfällt zu selektieren, uns zu konzentrieren und intensiv nachzudenken. Woher aber kommt dies?


Jeder hat wahrscheinlich beim Surfen im Internet schon die Erfahrung gemacht, dass man von einer Quelle zur nächsten springt, Titel, Inhalte und Zusammenfassungen bewusst im Eiltempo überfliegt, um möglichst schnell eine Inforamtion zu erhalten. So dass dadurch die Gefahr oberflächlichen Lesens und zerstreuten Denkens besteht.


Der Autor zeigt daher, dass die klassische Buchlektüre nach wie vor unersetzlich ist, weil sie eben den genannten Gefahren entgegenwirkt. Es gibt hier ein Kapitel: "Der Stellenwert des Buches heute". Darin preist der Autor die Vorzüge des Buches. Man kann ein Buch mit an den Strand nehmen, ohne befürchten zu müssen, dass Sand eindringt und es dadurch beschädigt wird. Man braucht es auch nicht an irgendwelche Stromquellen oder Akkus anzuschliessen. Auch das Leseerlebnis selbst ist beim Buch meist besser. Sich in einem Buch zurecht zu finden ist leichter und intuitiver. Man kann echte Seiten aus Papier auch viel schneller und flexibler durchblättern als virtuelle.


Sollten wir deshalb künftig das Internet meiden und nur noch Bücher lesen? Natürlich nicht! Es steht außer Frage, dass das Internet eine effiziente Recherche- und Kommunikationsmöglichkeit ist. Der Autor möchte aber auch zeigen, dass die klassische Buchlektüre nicht vernachlässigt werden sollte, weil sie konzentriertes, zielstrebiges Denken fördert. Und wer möchte schliesslich auch den Lesegenuss missen, stundenlang in einem Buch vertieft zu sein, und seine Umwelt um sich herum zu vergessen?


Jan 18, 2012

Der Rahmen: Ein Blick des Gehirns auf unser Ich [Taschenbuch]

Der Rahmen: Ein Blick des Gehirns auf unser Ich [Taschenbuch]

Produktinformation

  • Taschenbuch: 560 Seiten

  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. November 2010)

  • Sprache: Deutsch

  • ISBN-10: 3423346574

  • ISBN-13: 978-3423346573

  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3,2 cm

Von : Ernst Pöppel
Preis : EUR 12,90
Der Rahmen: Ein Blick des Gehirns auf unser Ich [Taschenbuch]

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion
Was ist dieses Buch? Ein unkonventioneller Forschungsbericht? Ein philosophisch-psychologisches Experiment? Ein Lesebuch zum Thema "Gehirn und Persönlichkeit"? Die Autobiografie eines Forschers? Von allem etwas; oder, besser gesagt: Was dieses Buch wirklich "ist", hängt vom Wahrnehmen und Erleben, vom Charakter und der Umwelt, mit einem Wort: dem "Rahmen" des jeweiligen Lesers ab.

Der Rahmen ist für Pöppel eine anthropologische, durch das Funktionieren des menschlichen Gehirns bedingte Universalie: "Die Maschinerie des Gehirns bewirkt, dass jeder mit einem Rahmen ausgestattet ist; doch was im jeweiligen Rahmen erscheint, ist individuell oder auch kulturell bestimmt." Ohne Rahmen geht gar nichts: Man kann nicht wahrnehmen und erleben, nicht denken und urteilen, nicht gehen oder stehen. Er ist die notwendige Bedingung, die sich ständig wandelnde Form individuellen Lebens: "... was immer wir im Bewusstsein haben, ist in einen Rahmen gestellt; weder gibt es einen leeren Rahmen noch gibt es ungerahmte Inhalte des mentalen Geschehens." Ihm denkend beizukommen, ist daher so leicht nicht: "Dies ist das Problem des Rahmens: er ist immer vorhanden, aber man weiß es nicht."

Als Wissenschaftler lässt Pöppel den Leser in bewundernswert alltagsnaher Sprache an den Erkenntnissen der Hirn- und Kognitionsforschung teilhaben. Als Autor stellt er immer wieder den Bezug zum eigenen Leben und Erleben her und bemüht sich nach Kräften um eine seinem eigentlich unfassbaren Gegenstand angemessene Form. Autobiografisches -- die Vorlesungen über die griechische Antike, die ein Bauer vom Heuwagen aus für den kleinen Ernst hält; seine Begegnung mit einem Mörder -- verbindet er mit Wissenschaftlichem und Philosophischem. Durch diese geradezu experimentelle Form erfährt der Leser einiges über das Funktionieren seines eigenen Rahmens: Wie dieser das Gelesene ordnet, aneckt, sich verschiebt und es wieder neu ordnet...

Der Mut zum Experiment ist die große Stärke des Buches. Im Rahmen des Rezensenten setzte sich jedenfalls auch Kritik fest: "Irgendwie stimmt die Form nicht immer. Das Unhierarchische, Ungeordnete des Textes wirkt mitunter gewollt. Und diese vielen Klammern... Manches hätte man auf jeden Fall straffen können."

Am besten, jeder konfrontiert das Buch mit seinem eigenen Rahmen. Wer sich für Gehirnforschung, Psychologie oder die Philosophie des Geistes interessiert, dürfte dies sicherlich mit Gewinn tun -- auch und gerade, wenn er an Pöppels Rahmen aneckt. -- Roland Große Holtforth, Literaturtest -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


Pressestimmen
»Hirnforschung als fröhliche Wissenschaft - dieses Kunststück ist Ernst Pöppel gelungen.«Focus 02.10.2006

»Das Buch kann als ein indirketer Beleg für die Faszination angesichts der Hirnforschung gelten.«Helmut Mayer, Frankfurter Allgemeine Zeitung 08.11.2006

»Alltagsnah und mit spielerischer Leichtigkeit berichtet der Hirnforscher Ernst Pöppel seine neuesten Erkenntnisse. (...) Dieses Buch ist eine gelungene Einführung in die Hirnforschung, randvoll gespickt mit neuesten Erkenntnissen und Überlegungen, und zugleich ein stark autobiografisch gefärbtes Werk. (... ) Ein richtiger Lesegenuss.«Beatrice Wagner, Psychologie heute Dezember 2006

»'Der Rahmen' ist auch zu einem essayistischen Schreibexperiment geworden, das Pöppel mit erstaunlicher Souveränität bewältigt.«Beat Mazenauer, Aargauer Zeitung 17.02.2007
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Der Rahmen: Ein Blick des Gehirns auf unser Ich [Taschenbuch]

 

Kundenrezensionen

Wer dieses Buch in der Hoffnung kauft, auf 500 Seiten auf den neuesten Stand in Sachen Gehirnforschung gebracht zu werden (so wie ich), der wird bitter enttäuscht werden. Der Autor sagt an einer Stelle, der "Tristam Shandy" von Sterne sei eines seiner Lieblingsbücher. Entsprechend müsste der Untertitel dieses Opus lauten: "Leben und Ansichten des Prof. Pöppel", und nicht "Ein Blick des Gehirns auf unser Ich". In diesem Buch geht es nämlich nur am Rande um das Ich der Gehirnforschung, dafür umso mehr um das Ich des Autors: der Leser erfährt - ob er will oder nicht - warum Pöppel so gerne spazieren geht, wie Pöppel Hans Jonas kennenlernte, wie er zu seinem ersten Forschungsauftrag kam, was er über Interdisziplinarität in der Forschung denkt, dass sein Vater vorübergehend SS-Mann war, dass er gerne Squash spielt und vieles, vieles mehr. Ein "Opus magnum" eines alternden Forschers, das irgendwie aus dem Ruder gelaufen ist, und das leider keinen mutigen Lektor im Verlag fand.


500 Seiten Geplauder, über dies und das, ab und zu auch mal übers Gehirn, aber alles ohne roten Faden, ohne Struktur (die Kapiteleinteilung ist absolut willkürlich und die Überschriften nichtssagend) ; Humor nur im Promille-Bereich, im Stil sehr selbstverliebt, oft einfach nur daherschwafelnd; haufenweise lateinische Zitate, die auch nur den Sinn haben, dem Leser zu signalisieren, dass der Autor ein enorm kultivierter Mann ist (was er ohne Zweifel ist).


Fazit: wer sich für Ernst Pöppel und dessen Forscherleben interessiert, der soll dieses Buch kaufen. Wer sich für das Gehirn interessiert, der greife zu Büchern von Ramachandran, A. Damasio, G. Roth und anderen.




Obwohl Ernst Pöppel nicht (mehr) an Kapitel glaubt, gibt es 34 Kapitel. Obwohl das Aussprechen von Quergedanken in einem Gespräch unhöflich ist, erlaubt sich Ernst Pöppel diese Unhöflichkeit. Und obwohl Ernst Pöppel glaubt, man müsse sein Buch nicht in einer Richtung lesen, liest man es eben trotzdem von vorne nach hinten. Wenn man denn wirklich so weit kommt. Tja, ich halte Ernst Pöppels Versuch, mit der Erzähltechnik des "stream of consciousness" ein Buch über Neurologie und die Welt zu schreiben, schlicht für missglückt. Und wenn er in seinem ersten "Nichtkapitel" zehn Seiten lang nach Begründungen für sein seltsames Unterfangen ringt, so ist dies ein schöner Beweis für die These seines Fachkollegen Gerhard Roth, Sprache diene primär zur Rechtfertigung eigener Verhaltensmuster. Ich weiß nicht, welche Vorbilder der deutsche Hirnforscher vor Augen hatte, als er mit der Niederschrift seiner Gedanken, Erlebnisse, Mutmaßungen und geglätteten Vorlesungen begann. Feynman kann es ebenso wenig gewesen sein wie Bieri, Damasio, Freud, Pinker, Einstein oder Sacks, auch wenn er diese schreibenden Wissenschaftler schätzt. Denn wie es Ernst Pöppel im vermeintlichen Vorwort bereits "androht", tritt er einfach in das Leben seiner Leser ein, erzählt ihnen von diesem und jenem, spricht zwischendurch mit seinen Freunden, Studenten oder sich selbst, um sich schließlich über die Einsamkeit des Autors zu beklagen.


Um den Lesern meiner Besprechungen den Kaufentscheid zu erleichtern, bemühe ich mich jeweils, den Inhalt wenigstens in einigen Sätzen zusammenzufassen. Tut mir leid, ist mir bei diesem Buch leider nicht möglich. Es handelt von allem und von nichts. Das kann zwar künstlerisches Programm sein, muss dann aber auf einem formalen Niveau erfolgen, das Ernst Pöppel definitiv nicht beherrscht. Sein Mittel, das schwabbelige Ding doch noch irgendwie zusammenzuhalten, sind Klammern. Ohne mir eine genaue Zählung angetan zu haben, liege ich mit der Schätzung von "Tausenden" bestimmt nicht falsch. Wie das bei einem Lektor durchgeht, ist mir ein Rätsel. Aber wie die Rezension in "Psychologie heute" zeigt, können Pöppels gesammelte Gedankensprünge durchaus auf Wohlwollen stoßen. Das Buch sei voll Humor und Selbstironie und daher ein richtiger Lesegenuss. Na ja, es gibt schließlich auch Liebhaber von Schnecken und anderen Lebewesen, die mir nicht bekommen. Weil diese Rezensentin zudem die Meinung vertritt, das Buch sei eine gelungene Einführung in die Hirnforschung, randvoll gespickt mit neusten Erkenntnissen und Überlegungen, erlag ich beinahe der Versuchung, mein weniger enthusiastischen Urteil einer Zweitlektüre zu unterwerfen. Allein, ich gab nach wenigen Seiten wieder auf.


Mein Fazit: Was Douglas R. Hofstadter mit "Gödel, Escher, Bach" und "Metamagicum" gelang, lässt sich nicht einfach kopieren, indem man seinen Gedanken freien Lauf lässt. Solange dies ein Verlag mitmacht, darf jeder Autor die Resultate seines offenen Denkens in skurrile Sprachbehälter gießen. Aber solange ähnliche Kost bekömmlicher aufgetischt werden, hält sich der Applaus für die Pöppel'sche Version bestimmt in Grenzen.




Die Macht der inneren Bilder. Wie Visionen das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern [Taschenbuch]

Die Macht der inneren Bilder. Wie Visionen das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern [Taschenbuch]

Produktinformation

  • Taschenbuch: 137 Seiten

  • Verlag: Vandenhoeck ; Ruprecht; Auflage: 7., unveränd. Aufl.; (26. Oktober 2011)

  • Sprache: Deutsch

  • ISBN-10: 3525462131

  • ISBN-13: 978-3525462133

  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,4 x 1,2 cm

Von : Gerald Hüther
Preis : EUR 16,95
Die Macht der inneren Bilder. Wie Visionen das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern [Taschenbuch]

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung
Eingängig und mit gewohnter Leichtigkeit seiner Sprache eröffnet uns Gerald Hüther eine faszinierende Welt: die der inneren Bilder und ihrer Kraft in unserem Leben.

Innere Bilder - das sind all die Vorstellungen, die wir in uns tragen und die unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmen. Es sind Ideen und Visionen von dem, was wir sind, was wir erstrebenswert finden und was wir vielleicht einmal erreichen wollen. Es sind im Gehirn abgespeicherte Muster, die wir benutzen, um uns in der Welt zurechtzufinden. Wir brauchen diese Bilder, um Handlungen zu planen, Herausforderungen anzunehmen und auf Bedrohungen zu reagieren. Aufgrund dieser inneren Bilder erscheint uns etwas schön und anziehend oder hässlich und abstoßend. Innere Bilder sind also maßgeblich dafür, wie und wofür wir unser Gehirn benutzen. Woher kommen diese inneren Bilder? Wie werden sie von einer Generation zur nächsten übertragen? Was passiert, wenn bestimmte Bilder verloren gehen? Gibt es innere Bilder, die immer weiterleben? Benutzen nur wir oder auch andere Lebewesen innere Bilder, um sich im Leben zurechtzufinden? Gibt es eine Entwicklungsgeschichte dieser inneren Muster? Der Hirnforscher Gerald Hüther sucht in seinem neuen Buch nach Antworten auf diese Fragen - nicht als Erster, aber erstmals aus einer naturwissenschaftlichen Perspektive. So schlägt er eine bisher ungeahnte Brücke zwischen natur- und geisteswissenschaftlichen Weltbildern, die eine Verbindung zwischen materiellen und geistigen Prozessen, zwischen der äußeren Struktur und der inneren Gestaltungskraft aller Lebensformen schafft. Diese Synthese gelingt dem Autor mit der ihm eigenen Leichtigkeit in der Darstellung.


Über den Autor
Dr. rer. nat. Dr. med. habil. Gerald Hüther, geb. 1951, ist Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen. Zuvor, am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin, hat er sich mit Hirnentwicklungsstörungen und mit der langfristigen Modulation monoaminerger Systeme beschäftigt; als Heisenbergstipendiat hat er ein Labor für neurobiologische Grundlagenforschung aufgebaut.

 

Die Macht der inneren Bilder. Wie Visionen das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern [Taschenbuch]

 

Kundenrezensionen

... bietet dieses schmale Bändchen, das insbesondere diejenigen schätzen werden, denen Sachbücher sonst zu nüchtern sind, und die Poesie und menschliches Einfühlungsvermögen bei naturwissenschaftlichen Büchern vermissen. Hier findet sich das Thema "Die Macht der inneren Bilder" einmal auf andere Weise behandelt, als es die meisten Bücher über Neurobiologie tun.


Gerald Hüther ist zwar Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen, aber sein Buch zum Thema ist eher literarisch im Ansatz und so beginnt er mit einer persönlichen Geschichte als Einstieg, die er auch zum Schluss noch einmal aufnimmt. Sein Text ist allgemeinverständlich und nachvollziehbar geschrieben, so dass der Professor niemals "heraushängt". Leider rutschen für meinen Geschmack Aufbau und Tonfall des Ganzen bisweilen ins Predigthafte, weshalb ich dem Buch hier nur vier Sterne geben mag. Manch einem wird aber gerade das gefallen. Insbesondere den Feinsinnigen und Hochsensiblen unter uns möchte ich dieses Buch wärmstens ans Herz legen.


Die Literaturhinweise am Schluss zeigen übrigens, dass es sich beim Autor um einen breit gebildeten Menschen handelt. Hier schreibt ein Wissenschaftler, der auch Goethe, Büchner, Cervantes, Fromm, Hemingway und Rilke liest und nicht nur die obligatorische neurobiologische Fachliteratur. Querdenker werden Hüthers Denkansatz zu schätzen wissen.




Dr. Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie, vermittelt mit seiner eigenen Leichtigkeit wie wichtig innere Bilder, also Träume und Visionen, sind und wie sie Mensch und Gesellschaft verändern. Angefangen vom neurobiologischen Aspekt der inneren Bilder führt uns Dr. Hüther auf eine spannende Entdeckungsreise in uns selbst. Woher kommen unsere inneren Bilder? Wie prägen sie unser Leben? Unterhaltsam zeigt er die unterschiedlichen Formen der inneren Bilder anhand von Beispielen sowohl aus der Hirnforschung als auch aus der Evolutions- und Menschheitsgeschichte. Konflikte, die aus starren Festhalten an Visionen aber auch durch einen Verlust von Träumen heraus entstehen sind in der heutigen Gesellschaft wohl nicht unbekannt. Er zeigt sich zwar Gesellschaftskritisch, jedoch ist dafür ist das Büchlein etwas zu kurz. Trotzdem gelingt es ihm, unser Leben ein bisschen besser zu verstehen.


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